Sport : Schalke gönnt sich ein Problem

Nur Ailton schmollt bei Herthas nächstem Gegner

Frank Hellmann

Frankfurt am Main - Wenn im Mannschaftsbus der Motor startet, wirkt das für Fußballprofis wie ein Signal. Sie hetzen aus der Kabine, meist noch das Handy in der Hand, flüchten in das Gefährt, weil es ja eilig ist. Ailton nahm sich denn auch sehr wenig Zeit, nach dem 2:0-Sieg des FC Schalke 04 im DFB-Pokal bei Eintracht Frankfurt. „Ailton nix spielen, Ailton nix sagen“, radebrechte der Brasilianer. Er durfte im Waldstadion nicht einmal als Joker ran und saß fröstelnd und schmollend mit Winterjacke und Wollmütze auf der Bank. „Dass er nicht spielt, war so abgesprochen“, sagte Trainer Ralf Rangnick. Und dass Ailton sich in der Halbzeitpause als Torwart vergnügte? Rangnick: „Von mir aus kann er auf der Torlatte balancieren, solange er sich dabei nicht verletzt.“

Es sind Luxusprobleme, mit denen sich Schalke 04 auseinander setzt. Ralf Rangnick hat es binnen kürzester Zeit geschafft, der prominent besetzten Mannschaft neben einer Struktur vor allem den Spaß am Spiel zu vermitteln. Sechs Bundesliga-Siege in Folge sprechen für sich. „Keiner versteckt sich, alle haben Selbstvertrauen und wir sind eine eingespielte Mannschaft“, sagt Stürmer Ebbe Sand. Endlich haben wir einen Trainer, der gezielt unsere Stärken fördert und unsere spielerischen Qualitäten zur Geltung bringt. Endlich sind wir eine intern gefestigte Truppe“, ergänzt Frank Rost. Der Torwart zählte zu den schärfsten Kritikern des entlassenen Jupp Heynckes, dem im Rückblick auch die sportliche Leitung Vorwürfe macht. Erst Rangnick setze bei der Mannschaft Kräfte frei und wisse das „riesige Offensivpotenzial“ gewinnbringend einzusetzen, lässt Sportmanager Andreas Müller verlauten. Für Rudi Assauer ist es schlichter: „Ralf hat hier richtig Schwung reingebracht.“

Was zu besichtigen war: Nichts hatten die Schalker an diesem regnerischen Novemberabend auf der Baustelle Waldstadion mehr gemeinsam mit der Mannschaft, die sich noch vor acht Monaten an selber Stelle 0:3 blamiert hatte. „Wir haben die Typen, um etwas zu erreichen“, sagt Rangnick, für den der Einzug ins DFB-Viertelfinale allenfalls eine Pflichtaufgabe war. Am Samstag soll der siebente Bundesligasieg in Folge eingefahren werden, „dann wollen wir Tabellenführer sein“, sagt Asamoah. Am Samstag spielt Schalke daheim in der Arena gegen Hertha BSC.

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