Schalke - Kaiserslautern 1:2 : Der Schiedsrichter spielt mit

Zwei Elfmeter, zwei Platzverweise, ein Auswärtssieg: Kaiserslautern gewinnt 2:1 auf Schalke, die verpassen dadurch den Sprung auf den zweiten Tabellenplatz.

Richard Leipold
Der Mann im Mittelpunkt. Schiedsrichter Peter Sippel zeigt dem Lauterer Rodnei (rechts) die Rote Karte; zuvor hatte es schon Schalkes Torhüter Ralf Fährmann erwischt.
Der Mann im Mittelpunkt. Schiedsrichter Peter Sippel zeigt dem Lauterer Rodnei (rechts) die Rote Karte; zuvor hatte es schon...Foto: dpa

Der auffälligste Mann war Peter Sippel. Beim 2:1 des 1. FC Kaiserslautern zog der Schiedsrichter aus München erst den Zorn der Schalker auf sich und später auch den der Pfälzer. Sippel zeigte zunächst dem Gelsenkirchener Torwart Ralf Fährmann die Rote Karte, in der zweiten Hälfte dann dem FCK-Verteidiger. Zudem verhängte er für jede Partei einen Elfmeter. Nachdem Christian Tiffert für Kaiserslautern und Klaas-Jan Huntelaar für Schalke verwandelt hatten, gelang Dorge Kouemaha der Siegtreffer für den FCK. Die Schalker verpassten durch die Niederlage den Sprung auf den zweiten Platz der Fußball-Bundesliga. „Für uns war es ein Rückschlag“, sagte Schalkes Trainer Huub Stevens. „Wir sind in der ersten Halbzeit gut weggekommen, zur Pause hätte es auch 0:3 stehen können.“

Vor dem Anstoß hatten Schalke-Fans in der Nordkurve ein Transparent entrollt, das dazu aufforderte, mit zwei Spielern, die zuletzt in die Kritik geraten waren, ein wenig milder umzugehen. „Ob Matip oder Fährmann – sie brauchen unsere Unterstützung und keine Pfiffe.“ Fährmann konnte sich der Unterstützung gerade mal 28 Minuten sicher sein. Dann gab es Pfiffe, so laut und so wütend wie lange nicht. Sie hingen mit einer Aktion Fährmanns zusammen, galten aber nicht dem Torwart. Nach einem Zusammenstoß mit dem heranstürmenden FCK- Stürmer Kouemaha erkannte Schiedsrichter Sippel auf Elfmeter. Zur Empörung der Schalker sah er auch noch den Tatbestand der Notbremse erfüllt und verwies Fährmann deshalb des Feldes. Eine harte, aber vertretbare Entscheidung. „Unser Torwart war zu spät und es war eine Torchance, man kann die Rote Karte geben“, sagte Huntelaar.

So kam Lars Unnerstall, für den Julian Draxler weichen musste, zu seiner Premiere als Bundesligatorhüter. Und war gleich beim ersten Schuss des Gegners ohne Chance – Tiffert nutzte den Elfmeter zur Führung für die Pfälzer, die bis dahin zielstrebiger und im Angriff bei ihren vereinzelten Chancen gefährlicher gewirkt hatten. Olcay Sahan und Oliver Kirch hätten den Vorsprung des Außenseiters kurz vor der Pause ausbauen können.

Trotz Unterzahl gingen die Schalker nach der Pause couragierter zu Werke, blieben dabei aber oft unproduktiv. Doch nach gut einer Stunde griff wieder der Schiedsrichter ein. Sippel entschied abermals auf Strafstoß für Schalke und verhängte einen Platzverweis gegen Kaiserslautern. Dass Rodneis Zweikampfverhalten gegen Jurado mit Rot bestraft wurde, legt die Vermutung nahe, Sippel habe eine Konzessionsentscheidung getroffen. „Es war niemals Elfmeter und Rot gegen uns“, sagte Tiffert. Rodnei habe „nicht mal den Arm ausgefahren“. So sah es selbst Schalkes Trainer. Stevens bezeichnete den Strafstoß als unberechtigt.

Huntelaar schuf vom Elfmeterpunkt vorübergehend ausgeglichene Verhältnisse. Doch das 1:1 hatte nicht lange Bestand. Zehn Minuten später entschied Kouemaha die Partie zugunsten der an diesem Abend besseren Mannschaft.

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