Schalke - Mainz 1:2 : Mainz schmeißt Schalke aus dem DFB-Pokal

Kurz vor Schluss sieht es so aus, als ob Schalke noch die Verlängerung erreicht. Doch Nicolai Müller vermiest Jens Keller das Trainerdebüt auf Schalke. Freiburg siegt außerdem in Karlsruhe mit 1:0.

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Barnetta und Hildebrandt schauen hinterher - Mainz' Müller zerstört Schalkes Pokalträume.
Barnetta und Hildebrandt schauen hinterher - Mainz' Müller zerstört Schalkes Pokalträume.Foto: AFP

Die Schalker Verantwortlichen hatten sich einen positiven Effekt versprochen. Die Entlassung von Huub Stevens sollte die Krise, die beim FC Schalke 04 in den letzten Wochen herrschte, beenden. Am Ende stand ein 1:2 im DFB-Achtelfinale gegen den FSV Mainz 05 und die Erkenntnis, dass Stevens' Nachfolger Jens Keller keine sofortige Wende einleiten konnte. Nach dem Absturz in der Bundesliga auf Platz sieben ist mit dem Pokal-Aus nun auch der nächste sportliche Rückschlag eingetreten.

Die Mannschaft von Trainer Thomas Tuchel hatte sich dagegen diesen Sieg mit einer spielerisch ansprechenden und kämpferisch engagierten Leistung verdient. Die Schalker müssen die Winterpause dafür nutzen, einen Neuanfang zu starten und in die Spur zurückzufinden.

Jens Keller hatte neben vier personellen Wechseln in der Startelf eine grundlegende taktische Veränderung vorgenommen. Der 42-Jährige stellte von einem auf zwei Angreifer um, die in einem 4-4-2-System für mehr Druck auf die gegnerische Abwehr sorgen sollten.

Allerdings war seiner Mannschaft anzumerken, dass sie Probleme hatte, sich in der neuen Grundordnung zurechtzufinden. Ciprian Marica und Klaas-Jan Huntelaar in der Sturmspitze hatten Probleme, ihre Laufwege aufeinander abzustimmen. Und aus dem Mittelfeld fehlten die nützlichen Anspiele in die Spitze, da der nahezu einzige, wenn auch zuletzt formschwache Kreativspieler Lewis Holtby auf der Ersatzbank Platz nehmen musste. Keller hatte Mut von seinen Profis eingefordert, doch die Ängstlichkeit hatte sich bei den Spielern nach den jüngsten Misserfolgserlebnissen in der Psyche festgesetzt. Langsamer und behäbiger Spielaufbau, die Vermeidung jeglichen Risikos waren und blieben die Kernpunkte des Schalker Spiels.

Die Mainzer hatten es deshalb recht leicht, ihren verunsicherten Gegner mit einer soliden Defensivarbeit zu beherrschen. Und bei ihren gelegentlichen Angriffen strahlten sie deutlich größere Torgefahr als die Königsblauen aus. Bereits nach 19 Minuten verpasste Nicolce Noveski mit einem Schuss aus der Drehung die Führung, besser machte es dann Marco Caligiuri, der elf Minuten später ein Zuspiel von Adam Szalai elegant ins Toreck schlenzte. Die Schalker hatten sich in der ersten Hälfte keine Tormöglichkeit erspielt.

Die 54.202 Zuschauer in der Arena lebten von der Hoffnung, dass die Spieler in der zweiten Hälfte ihre Beklemmungen ablegen könnten. Doch bis auf eine zehnminütige Drangphase, in der sie ziellos in den Mainzer Strafraum flankten, fand kein Aufbäumen statt. Fehler reihte sich an Fehler, die Spieler verzweifelten an sich selbst. Jermaine Jones hatte Glück, dass er nicht mit Rot nach einem groben Foulspiel an der Mittellinie vom Platz gestellt wurde. Nach einer Rangelei mit dem emotionalen Thomas Tuchel wurde aber plötzlich der Trainer der Mainzer von Schiedsrichter Marco Fritz auf die Tribüne geschickt.

Einer Einzelleistung von Ciprian Marica hatten es die Schalker zu verdanken, dass sie zum zwischenzeitlichen Ausgleich kamen. Der Rumäne setzte sich energisch gegen drei Gegenspieler durch und passte auf Huntelaar, der nach 75 Minuten nur noch einzuschieben brauchte. Doch die Freude sollte lediglich acht Minuten anhalten, ehe Nicolai Müller nach Traumpass von Jan Kirchhoff das 2:1 erzielte. Bis auf einen Distanzschuss an die Torlatte von Christian Fuchs aus 35 Metern brachten die Schalker nichts mehr zustande. Auch wenn sie am Ende noch einmal alle Kräfte mobilisierten.

Derweil hat der SC Freiburg sein großartiges Fußball-Jahr 2012 mit dem Einzug ins DFB-Pokal-Viertelfinale veredelt. Die Mannschaft von Trainer Christian Streich setzte sich am Dienstagabend im badischen Derby beim Drittligisten Karlsruher SC mühevoll mit 1:0 (1:0) durch. Bereits nach 61 Sekunden erzielte Jonathan Schmid das goldene Tor für den Tabellenfünften der Bundesliga. Beim Drittrunden-Erfolg der Gäste vor 28.200 Zuschauern im ausverkauften Wildparkstadion lieferte der KSC seinem übermächtigen Gegner jedoch einen erbitterten Kampf. (mit dpa)

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