Sport : Schalke mit HSV einig über Rosts Wechsel

Jörg Strohschein

Berlin - Tief im Inneren hatte wohl auch Schalkes Manager Andreas Müller nicht mehr damit gerechnet, dass er Frank Rost im Jahr 2007 noch einmal in Schalker Sportkleidung sehen würde. Der 33 Jahre alte ehemalige Nationaltorhüter wechselt mit hoher Wahrscheinlichkeit zum Hamburger SV. „Wir sind uns im Grunde einig“, sagte Müller gestern und bestätigte damit, dass die Bemühungen von HSV- Sportdirektor Dietmar Beiersdorfer, Rost in der Winterpause zu den abstiegsbedrohten Hanseaten zu holen, erfolgreich waren. Bereits am Freitag, nach der Vertragsauflösung in Gelsenkirchen, soll der Torhüter seinem neuen Team ins Trainingslager nach Dubai nachreisen. Dabei hatte Müller noch im Dezember bekräftigt, dass es grob fahrlässig wäre, Frank Rost abzugeben, da der Klub auf dem Weg zur deutschen Meisterschaft zwei starke Torhüter brauche. Doch genau da lag für Rost das Problem. Der oft über die Maßen ehrgeizige und zum Jähzorn neigende Torhüter musste die Spiele seines Teams seit einigen Wochen von der Reservebank aus mitansehen. Mirko Slomka beorderte das 20 Jahre alte Talent Manuel Neuer zwischen die Schalker Pfosten mit der eher kuriosen Begründung, Rost fehle „das nötige Quäntchen Glück“. Doch vielmehr dürften interne Auseinandersetzungen mit Slomka der Grund für die Degradierung gewesen sein. Rost selbst schweigt sich zu diesem Thema aus.

Neuer machte seine Sache derweil überraschend gut und lieferte somit keinerlei Argumente für Slomka, diese Entscheidung zurückzunehmen. Und so hätte Rost auch in der Rückrunde seinen Platz auf der Ersatzbank gefunden. Doch die Rolle als Reservist ist für jemanden wie Rost, der hohe Ansprüche hat, zu wenig. „Das ist ein sportlicher Verlust, aber durch die Entwicklung war das nicht anders möglich“, sagt Müller.

Dietmar Beiersdorfer müsse die Personalie noch vom HSV-Vorstand bestätigen lassen, sagte Müller. Mehr als eine Million Euro Ablöse muss der HSV den Schalkern dann überweisen. Inbegriffen ist eine Prämie, falls die Hamburger den Klassenerhalt schaffen.

0 Kommentare

Neuester Kommentar