Schalke - Stuttgart 1:2 : Irgendwie blockiert

Der FC Schalke 04 unterliegt zu Hause dem VfB Stuttgart mit 1:2 und bangt um den Einzug in die Champions League. Am letzten Spieltag geht es nun im direkten Duell gegen Verfolger SC Freiburg (ein Punkt Rückstand) um Platz vier.

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Gelsenkirchen - Die Mängelliste war lang. „Wir waren fahrig, unkonzentriert, sind mit der Situation nicht zurecht gekommen“, sagte Horst Heldt. Dieser verpatzte Nachmittag könnte den FC Schalke 04 noch teuer zu stehen kommen. Das 1:2 (0:1) gegen den VfB Stuttgart war nicht nur eine bittere Heimniederlage. Dieses Misserfolgserlebnis bedeutet, dass die Schalker am kommenden Wochenende zu einem Endspiel um Platz vier und damit um den Einzug in die finanziell äußerst lukrative Qualifikationsrunde zur Champions League beim SC Freiburg antreten müssen.

„Das Gute ist, dass wir noch alles in der eigenen Hand haben“, sagte Benedikt Höwedes. Allerdings war es lediglich der verzweifelte Versuch von Höwedes, doch noch etwas Positives an diesem Nachmittag zu finden. Der Kapitän der Schalker konnte sich seine Leistung und die seiner Kollegen nicht erklären. „Die Stuttgarter haben verdient gewonnen. Wir haben fast alles vermissen lassen“, sagte Höwedes. Dabei wurde das Spiel gegen die Schwaben mit freundlichem Beifall und bester Stimmung eingeläutet. Erst wurde Julian Draxler, der für diese Partie gesperrt war, für seine Vertragsverlängerung bis 2018 überaus freundlich begrüßt. Kurz danach, bei der Verlesung der Mannschaftsaufstellung, wurde auch die Weiterverpflichtung von Trainer Jens Keller bis 2015 von den 61 673 Besuchern erfreut zur Kenntnis genommen. Wesentliche personelle Weichen der Schalker sind damit für die Zukunft gestellt, für die sportliche Ausrichtung sollten im Anschluss die Spieler sorgen. Die Schalker waren aber alles andere als beflügelt von diesen Nachrichten aus dem eigenen Haus. Diese Einstellung führte dazu, dass die sehr engagierte Mannschaft von Trainer Bruno Labbadia nahezu eine halbe Stunde lang das Spiel nach Belieben bestimmte. Und diese Überlegenheit setzten die Stuttgarter auch um. Nach einem Ballverlust von Marco Höger im Mittelfeld nutzte Ibrahima Traore die Gunst der Stunde, bediente Vedad Ibisevic, der aus kurzer Entfernung nach 24 Minuten nur noch zur verdienten Führung verwandeln brauchte. Doch auch dieser Rückschlag schien die Schalker nicht aus ihrer Lethargie zu erwecken.

Nach Wiederbeginn gingen die Schalker zunächst zwar etwas engagierter zu Werke, aber sie erspielten sich lediglich eine Torchance durch eine Standardmöglichkeit. Klaas-Jan Huntelaar schoss den Ball nach 63 Minuten an den Pfosten. Und drei Minuten später war es wieder Ibisevic, der einen Konter zu einem erneuten Treffer vollendete. Christian Gentner bereitete das 2:0 perfekt vor. Die Schwaben spielten an diesem Nachmittag unbeschwert auf, in der Bundesliga stehen sie im Niemandsland der Tabelle. Ihr Saisonhöhepunkt kommt noch, das Pokalfinale gegen den FC Bayern München am 1. Juni in Berlin. Die Schalker schafften es in der Folge noch nicht einmal, dauerhaft Druck zu entfachen. Dass sie doch noch den Anschlusstreffer schafften, hatten sie einem Eigentor von VfB-Torhüter Sven Ulreich in der Nachspielzeit zu verdanken. „Wir haben einen Elfmeter meilenweit verschossen“, sagte Horst Heldt. Aber einen hätten die Schalker in der nächsten Woche schließlich noch. Jörg Strohschein

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