Sport : Schalke und Leverkusen: Tiefstapler unter Druck

Die Tiefstapler stehen unter Erfolgsdruck: Nach einer Woche voller Hohn und Spott für die jüngsten Pleiten und anspruchslosen Saisonziele kämpfen Bayer Leverkusen und Schalke 04 um Wiedergutmachung. In den Spielen am Sonntag (17 Uhr 30, live bei Premiere World) geht es für den dreimaligen Vize-Meister Leverkusen bei 1860 München und den Wintermeister Schalke gegen den Hamburger SV um den Anschluss an die Tabellenspitze der Fußball-Bundesliga - aber vor allem um ihren guten Ruf.

Ausgerechnet gegen den für sie unbequemen Hamburger SV ist Schalke geradezu zum Erfolg verdammt. Drei sieglose Spiele in den vier zurückliegenden Bundesligapartien haben nicht nur die Tabellenführung gekostet, sondern auch die nächsten Verfolger im Kampf um das internationale Geschäft näher rücken lassen. "Wir wissen, wie schwer wir uns gegen den HSV immer getan haben", sagt Trainer Huub Stevens angesichts von zuletzt vier Niederlagen gegen die Hanseaten in Folge und nur einem Sieg aus den letzten neun Duellen.

Zudem stehen dem Coach nur 15 gesunde Spieler zur Verfügung. Nach den Ausfällen von Tomasz Waldoch und Nico van Kerckhoven sowie den Gelbsperren für Jiri Nemec und Marco van Hoogdalem muss Stevens die komplette Defensive umbauen. Wenisgtes meldete sich Torwart Oliver Reck einsatzbereit, der zuletzt muskuläre Probleme hatte. Ins Abwehrzentrum wird der gerade erst genesene Sven Kmetsch rücken.

Hoffnung dürfte Schalke allerdings die eklatante Auswärtsschwäche des Hamburger SV machen. Acht Niederlagen in Folge gab es zuletzt auf des Gegners Platz - der letzte Auswärtssieg datiert vom 9. September 2000. Damals gewann der HSV mit 4:0 beim VfL Bochum. Trainer Frank Pagelsdorf bleibt dennoch Optimist: "Gegen Schalke haben wir immer gut ausgesehen. Deren Spielart liegt uns einfach."

Eine kleine Negativserie gilt es indes auch für die Leverkusener zu bewältigen. Die Niederlagen gegen Energie Cottbus (1:3) und bei Hansa Rostock (1:2), den beiden einzigen ostdeutschen Bundesligisten, haben doch etwas am Selbstvertrauen genagt. "Wir haben gegen Mannschaften aus dem unteren Tabellenbereichschon 15 Punkte verschenkt, das ist einfach zuviel", meint der erfolgreichste Torjäger der Bundesliga der 90er Jahre, Ulf Kirsten. Gefahr droht demnach auch von 1860 Münchner. Die Mannschaft von Trainer Werner Lorant mächte sich mit einem Sieg gegen Bayer aus der unteren Tabellenhälfte nach vorne schieben.

Fehlen wird Leverkusen der 17,5 Millionen Mark teure Einkauf Lucio, der bei der brasilianischen Nationalmannschaft weilt. Bei den Münchnern ist Regisseur Thomas Häßler nach einer Grippe wohl wieder dabei - ebenso wie der zuletzt rotgesperrte Norweger Vidar Riseth. Unterdessen ist der Einsatz von Daniel Borimirov fraglich.

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