Sport : Schalker Almabtrieb Der Pokalsieger verliert 1:2 gegen zehn Bielefelder

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Bielefeld (Tsp). Ebbe Sand hatte sich den Tag so schön vorgestellt. Gestern bestritt er sein 100. Bundesligaspiel – was hätte dazu besser als ein Sieg mit seinem FC Schalke gepasst? Daraus wurde nichts. Auch wenn er so nahe war. Doch als im Stadion Alm in Bielefeld abgepfiffen wurde, sagte ein zerknirschter Sand: „Das war unglaublich doof. Wenn wir solche Spiele verlieren, spielen wir mit Sicherheit nicht oben mit.“ Sein Trainer Frank Neubarth wird solche Sätze nicht gern hören, aber auch er war nach der ersten Niederlage im neunten Pflichtspiel deprimiert. „Das war Standfußball. Die Enttäuschung war riesengroß“, sagte er nach dem 1:2 gegen den Aufsteiger, der von seinem ehemaligen Bremer Zimmerkollegen Benno Möhlmann trainiert wird.

Mit dem „doof“ lag Ebbe Sand, Schalkes Torjäger, so falsch nicht. Da hatten die Gelsenkirchener das Arminen-Führungstor ausgeglichen, da war der Bielefelder und Bald-Herthaner Artur Wichniarek in der 56. Minute wegen unsportlichen Verhaltens mit der Gelb-Roten Karte des Feldes verwiesen worden – alles sprach für den DFB-Pokalsieger. Zumal zu diesem Zeitpunkt die Kunde kam, dass die Bayern in Leverkusen zurücklagen. „Da wollten wir unbedingt gewinnen, um an die Bayern bis auf einen Punkt heranzurücken“, sagte später Abwehrchef Tomasz Hajto. Dieses Unbedingt-gewinnen-Wollen war nicht etwa stimulierend, sondern verkrampfend. „Wir haben zu viele Fehler gemacht, und das wurde bestraft“, sagte Hajto. Vor allem von Mamadou Diabang. Der Senegalese erzielte in der 68. Minute jenes Tor, das die Schalker Träume stoppte. Statt drei Punkte keinen einzigen geholt. „Wenn es schon nicht läuft, dann muss man wenigstens ein 1:1 mitnehmen“, schimpfte Neubarth sichtlich angesäuert.

Gewiss, Victor Agali und Emile Mpenza sind verletzt, Marc Wilmots ist noch nicht richtig fit und Gerald Asamoah verletzte sich schon in der ersten Minute an der Schulter. Doch wer eine Spitzenmannschaft sein will, muss auch solche Handikaps verkraften. Verständlich, dass der Frust tief saß. Auch bei Andreas Möller. „Wir haben Fehler gemacht, die wir als Spitzenteam, das wir ja sein wollen, nicht machen dürfen“, kritisierte er. Dumme Fehler. Oder doofe, wie es Ebbe Sand nannte.

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