Sport : Schalker Kreisel

In Gelsenkirchen sind viele Trainer im Gespräch – auch Magath

Richard Leipold

Gelsenkirchen. Der nächste, bitte. Und schon gibt es wieder einen neuen Kandidaten in der Quiz-Show namens „Welcher Millionär wird Trainer in Schalke?“ Wie wäre es mit Felix Magath? Der aktuelle Trainer des VfB Stuttgart gilt neuerdings als aussichtsreichster Bewerber. Nur weiß das Publikum leider nicht genau, ob er sich überhaupt beworben hat. Rudi Assauer will es nicht verraten. „Ich halte mich bedeckt, bis die Tinte unter dem Vertrag mit dem neuen Trainer trocken ist", sagt Schalkes Manager. Die Stelle werde „in der nächsten oder übernächsten Woche“ besetzt, bis dahin gebe er „keine Wasserstandsmeldungen“ ab.

Sobald der Name Magath fällt, bricht Assauer in Schweigen aus, oder er lenkt vom Thema ab und spricht über Kandidaten, die offenkundig nicht in Frage kommen. Einer von ihnen ist Christoph Daum, derzeit Fußball-Lehrer beim österreichischen Meister Austria Wien. Der einstige Bundestrainer-Kandidat hat jüngst behauptet, er habe Schalke abgesagt. Dafür müsste Assauer ihm dankbar sein. Nicht nur weil er von Anfang Bedenken hatte, Daum zu verpflichten. Die angebliche Absage gab dem Manager Stoff, um vom Hauptthema abzulenken. Wer nun nach Magath fragt, bekommt als Antwort, was Daum für ein schlechter Zeitgenosse sei. „Irgendwie muss Herr Daum verwirrt sein“, sagt Assauer. „Ich verstehe nicht, wie er absagen kann, obwohl wir ihm kein Angebot gemacht haben.“ Zunächst habe Daum den Kontakt zu Schalke gesucht. „Danach habe ich dreimal versucht ihn zu erreichen, aber er hat nicht zurückgerufen“, sagt Assauer.

Das Thema Daum hatte für Schalke noch einen Vorteil. Während Daum einen Großteil der Medien in seinen Bann zog, konnte der Verein in Ruhe das Kandidatenfeld sichten und mit den vielen „Trainern aus ganz Europa“ sprechen, die sich laut Assauer beworben haben sollen. An Namen fehlt es nicht im Schalker Trainer-Rätsel, ob Bert van Marwijk von Feyenoord Rotterdam („ein interessanter Mann“) oder Guus Hiddink vom PSV Eindhoven oder Johan Neeskens oder eben Felix Magath. Der Stuttgarter verweist fürs Erste auf formale Hürde. „Ich habe einen Vertrag bis zum 30. Juni 2004. Ich denke nicht daran, einen Vertrag zu brechen.“ Doch Magath sagt auch: „Ob ich in der nächsten Saison noch Trainer oder Manager beim VfB bin, kann ich wirklich nicht sagen.“

Das Suchspiel auf Schalke geht vor dem Saisonfinale gegen den FC Bayern weiter. Wer genau hinhört, bekommt zumindest einen Anhaltspunkt. Es verdichten sich die Anzeichen dafür, dass Schalke einen Trainer aus einem laufenden Vertrag herauskaufen wird. „So haben wir es bei Huub Stevens auch gemacht“, sagt Assauer.

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