Sport : Schalkes Lincoln wird für drei Bundesligaspiele gesperrt

Ingo Schmidt-Tychsen

Berlin - Lincoln wollte mit niemandem sprechen. „Ich sage nichts, ok?“, wiederholte der Brasilianer immer wieder. Der aggressive Unterton in der Stimme des Fußballprofis von Schalke 04 war nicht zu überhören. Am Dienstagabend, nach dem Finale des Ligapokals gegen den VfB Stuttgart, drängte Lincoln die Autogrammjäger, die sich vor dem Mannschaftsbus von Schalke 04 um ihn tummelten, unsanft zur Seite und verschwand in dem Fahrzeug.

Vielleicht ahnte Lincoln bereits, was seit gestern feststeht. Vom Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) wurde er für vier Wochen, vom 2. bis zum 30. August, gesperrt. Lincoln hatte im Ligapokalfinale seinem Stuttgarter Gegenspieler Thomas Hitzlsperger ins Gesicht gespuckt und wurde deshalb mit einer Roten Karte vom Platz gestellt. Die Sperre gilt für „jeglichen Spielverkehr“, heißt es in der Mitteilung des Sportgerichts. Der brasilianische Mittelfeldspieler ist für drei Bundesliga-, zwei Ligapokalspiele und ein DFB-Pokalspiel gesperrt.

Sein Mannschaftskollege Kevin Kuranyi, der im Finale des Ligapokals ebenfalls mit einer Roten Karte vom Platz gestellt wurde, wird lediglich für drei Spiele im Ligapokal gesperrt. Zum Saisonstart der Bundesliga gegen den 1. FC Kaiserslautern am kommenden Sonntag ist Kuranyi somit dabei. Kuranyi hatte Stuttgarts Silvio Meißner unsanft, aber nicht brutal, zu Boden gerissen. Schalke 04 hat beiden Urteilen bereits zugestimmt, die damit rechtskräftig sind.

Gestern war Lincoln dann auch wieder gewillt etwas zu sagen: „Es ist mir peinlich und ich schäme mich für den Vorfall. So etwas wird man nie wieder von mir sehen“, sagte er. „Ich werde meine gerechte Strafe zum Nachdenken nutzen.“ Bis zum 10. September hat der Brasilianer Zeit dazu. Dann spielt Schalke bei Bayer Leverkusen – und Lincoln darf wieder mitspielen.

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