SCHALKES NEUER TRAINER : Jens Kellers Kampf gegen die Zweifler

Jens Keller
Jens KellerFoto: REUTERS

Als Jens Keller seine ehemaligen Spieler sah, musste er seine Trainingseinheit erst einmal unterbrechen. Er stapfte ein paar Meter hinüber zum angrenzenden Trainingsplatz und klatschte jeden einzelnen der Schalker U-17-Mannschaft, die er tags zuvor noch betreut hatte, ab. In 14 Spielen feierte er mit seiner Mannschaft in der B-Jugend-Bundesliga ausschließlich Siege. So etwas verbindet. Erst dann setzte der 42-Jährige seine Arbeit mit den Profis fort. An den neuen Arbeitsplatz muss sich Keller noch gewöhnen. Er ist über Nacht von Manager Horst Heldt zum Cheftrainer für den beurlaubten Huub Stevens befördert worden und konnte sich noch nicht verabschieden von seiner Jugend-Mannschaft. Zumindest dies war damit nachgeholt. Zukünftig dürfte es allerdings weit weniger freundschaftlich zugehen. Keller soll die Schalker wieder erfolgreich machen. Eine Aufgabe, an der in den vergangenen Jahren so ziemlich alle Fußballlehrer verzweifelt sind. Und bereits heute Abend im Achtelfinale des DFB-Pokals gegen Mainz 05 soll sich nach den gehäuften Misserfolgen der Vorwochen eine Trendwende einstellen. „Zuletzt hat der Mannschaft ein bisschen der Mut gefehlt“, sagte Keller nach persönlichen Eindrücken sowie nach einem intensiven Videostudium seiner neuen Mannschaft. „Bei den ersten Fehlern ist gleich die Stimmung im Team gekippt, vor allem in Heimspielen. Das müssen wir ändern.“

Keller wirkt entschlossen, will mit persönlichen Gesprächen Abhilfe schaffen.
Dennoch gibt es viele Zweifler, die dem ehemaligen Stuttgarter die Trendwende nicht zutrauen. „Weil ich ihn kenne“, bekräftigte Heldt noch einmal seine Trainerwahl. Die Zweifler könnte Keller bereits heute Abend besänftigen. Jörg Strohschein

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