Sport : Scharfe Kritik an Strafmaß in US–Dopingaffäre

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Montréal Richard Pound, Chef der Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada), hat sich „frustriert und maßlos enttäuscht“ über die möglichen Konsequenzen für den Hauptangeklagten im größten Dopingskandal des amerikanischen Sports geäußert. Victor Conte, Gründer und Betreiber des in die Dopingaffäre verwickelten Chemieunternehmens Balco im kalifornischen Burlingame, hatte in der vergangenen Woche den Handel mit Dopingsubstanzen sowie den Verstoß gegen das Geldwäschegesetz zugegeben.

Das von der US-Staatsanwaltschaft beantragte Strafmaß für Conte – eine viermonatige Gefängnisstrafe sowie vier Monate Hausarrest und zusätzlich zwei Jahre kontrollierten Freigang – nannte Pound „inakzeptabel“. Ein des Dopings überführter Athlet werde zwei Jahre gesperrt.

Zudem sei es frustrierend, dass die mögliche Verwicklung von US-amerikanischen Stars wie Olympiasiegerin Marion Jones oder der ehemalige 100-Meter-Weltrekordler Tim Montgomery in die Balco-Affäre nicht restlos geklärt wurde. Conte hatte offenbart, dass sein Labor mehr als 30 Athleten mit verbotenen leistungsstimulierenden Mitteln, unter anderem Epo, versorgt hat.

Pound kündigte strenge Kontrollen an: „Die Athleten müssen täglich 24 Stunden, sieben Tage in der Woche und 365 Tage im Jahr darauf gefasst sein, dass sie jederzeit und überall unangemeldet kontrolliert werden.“ dpa

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