Sport : Scheitern mit Sinn

Benedikt Voigt

Seit Donnerstagnacht droht der Basketballstar Dirk Nowitzki als großer Verlierer in die Geschichte der NBA einzugehen. Schon die Finalniederlage der letzten Saison deprimierte ihn, weil seine Dallas Mavericks mit 2:0-Siegen geführt hatten und das dritte Spiel in Miami auch gewonnen schien. Dann aber wendeten die Miami Heat im letzten Viertel Spiel und Serie. Diese Saison aber endet noch schlimmer: im Desaster.

Nie zuvor ist ein Team mit einem so guten Ergebnis in der regulären Saison in den Play-offs der NBA so früh gescheitert. Dirk Nowitzki, der in der kommenden Woche ironischerweise zum besten Spieler der regulären Saison gekürt werden könnte, hat noch nie in den Play-offs so schlecht gespielt. Doch bevor die deutschen Basketball-Fans darüber in Tränen ausbrechen, sei gesagt: Vielleicht ist sein Scheitern gar nicht so schlecht.

Hierzulande zählt vor allem die Europameisterschaft in Spanien, bei der die deutsche Nationalmannschaft einen wichtigen Schritt in Richtung Olympische Spiele 2008 machen kann. Im vergangenen Jahr bei der Weltmeisterschaft hatte sich das Team zu einem achten Platz gequält, Dirk Nowitzki wirkte durch die lange NBA-Saison ausgelaugt und müde. Nun aber geht er unplanmäßig früh in den Urlaub, erst in drei Monaten wird er wieder einen Basketball anfassen. Zeit genug, um zu regenerieren und sich neu zu motivieren. Zumal die erste Teilnahme bei Olympischen Spielen sein zweites großes Ziel ist. Erst wenn er auch dieses verfehlt, wird er tatsächlich als großer Verlierer in die Basketball-Geschichte eingehen.

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