Sport : Schiaparelli gewinnt das Derby

Ingo Wolff

Hamburg/Berlin - Der dreijährige Hengst Schiaparelli hat auf der Galopprennbahn Horn stürmische Begeisterung unter den Zuschauern ausgelöst. Das lag nicht so sehr an der Art, wie er mit seinem Jockey Andrasch Starke beim 137. Deutschen Derby ins Ziel flog, sondern schlichtweg am Heimvorteil. Das Blaue Band für den Sieger bleibt in diesem Jahr in den eigenen Reihen des Hamburger Renn-Clubs. Der Hengst aus dem Gestüt Karlshof gehört unter anderem dem Ehrenpräsidenten Franz Günther von Gaertner. Insgesamt 330 000 Euro der Gesamtdotierung von 646 000 Euro gehen an den Stall Blankenese. „Schiaparelli ist zwar nicht so explodiert wie Samum, aber er hat unglaubliche Steher-Qualitäten“, sagte Gaertner.

Zum ersten Mal in der Derbygeschichte macht damit ein Hengst seinem großen Bruder den Sieg im bedeutensten deutschen Rennen nach. Samum hatte vor sechs Jahren überlegen gewonnen – ebenfalls mit Starke. „Die Freude bei mir ist ganz besonders groß“, sagte der Jockey, „es war mein vierter Derbysieg. Er ist deshalb so wichtig, weil es in dieser Saison nicht so gut gelaufen ist.“

Schon vor der Haupttribüne deutete alles auf Schiaparelli hin. Doch dann bekamen die 35 000 Besucher einen Schreck. Ganz außen tauchte Dickens auf, der unter Jockey Mirco Demuro ein großes Rennen lief. Dritter wurde Oriental Tiger. „Ich bin überglücklich. Schiaparelli ist ein spätes Pferd, er wird mit Sicherheit seinen Weg machen“, sagte Peter Schiergen, für den es der zweite Derbysieg als Trainer ist. „Er bekommt nun sechs Wochen Pause bis zum Großen Preis von Baden. Dort greifen wir an.“ Vergangenes Jahr stand Schiaparelli noch bei Andreas Schütz im Training, war jedoch nicht gelaufen. Schütz, der auch Trainer von Samum war, ist am Jahresanfang nach Hongkong ausgewandert. Schiergen übernahm daraufhin den Hengst. „Ich hatte schon früh auf ihn gesetzt. Sein Training hat mich überzeugt und letztlich hatten wir auch einen starken Reiter“, erzählte Schiergen. „Das ist ein tolles Pferd“, schwärmte auch Starke. „Ich bin auf fast allen großen Bahnen der Welt geritten, aber ein Derbysieg ist und bleibt etwas Besonderes. Das ist ja hier meine Heimatbahn.“

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