Schiedsrichter-Affäre : Anstoß an einem Satz

Manfred Amerell hat beim Landgericht Augsburg eine Einstweilige Verfügung gegen Theo Zwanziger erstritten.

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Der nächste Gerichtstermin. Manfred Amerell wehrt sich gegen die Vorwürfe. Foto: dpadpa

AugsburgAugsburg - Manfred Amerell hat beim Landgericht Augsburg eine Einstweilige Verfügung gegen Theo Zwanziger erstritten. Der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) darf demnach die Affäre um den ehemaligen Schiedsrichter Amerell und Bundesliga-Referee Michael Kempter nicht mehr mit den Missbrauchsfällen in der katholischen Kirche vergleichen. Dies bestätigte ein Sprecher des Landgerichts. Zwanziger droht bei Zuwiderhandlung ein Ordnungsgeld von bis zu 250 000 Euro. Amerell war von Kempter vorgeworfen worden, ihn sexuell belästigt zu haben. Der 27-jährige Kempter hatte sich Ende letzten Jahres in dieser Sache an den DFB gewandt.

Das Landgericht Augsburg nahm bei seiner Entscheidung Anstoß an folgendem öffentlich geäußerten Satz von Zwanziger: „Nur durch den Mut von Herrn Kempter konnten wir die Missstände aufdecken und können nun darauf reagieren. In anderen Bereichen dauert es bis zu 40 Jahre, ehe sich die Leute zu so etwas äußern.“ Das Gericht sei der Ansicht gewesen, die Äußerung verletze das allgemeine Persönlichkeitsrecht von Amerell, so Hofmeister. Der DFB-Chef habe „eine Beziehung zweier Erwachsener“ mit dem sexuellen Missbrauch von Kindern im kirchlichen Umfeld gleichgestellt. Der in Augsburg lebende Amerell hatte die Einstweilige Verfügung angestrebt.

Mindestens vier Schiedsrichter haben behauptet, es sei zu sexuellen Übergriffen durch Amerell gekommen. Amerell wollte durch einen Unterlassungsantrag die Belästigungsbehauptungen des DFB künftig unterbinden. Anfang März hatten beide Parteien den Streit vor Gericht beigelegt. dpa

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