Schiedsrichter : DFB: Vorwürfe gegen Amerell sind kein Einzelfall

Nach den schweren Vorwürfen gegen den ehemaligen Schiedsrichter Manfred Amerell hat der Deutsche Fußball-Bund erklärt, dass es sich "um keinen Einzelfall" handelt. Demnach hätten mehrere Personen in Anhörungen zu Protokoll gegeben, "von Herrn Amerell in der Vergangenheit bedrängt und/oder belästigt worden zu sein".

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BerlinDie betroffenen Schiedsrichter hätten lange geschwiegen, weil sie latent Angst vor privaten oder beruflichen Nachteilen gehabt hätten, teilte der Verband mit. "In Summe aller vorliegenden Erkenntnisse steht aus Sicht des DFB fest, dass Herr Amerell seine Pflichten als Mitglied des Schiedsrichterausschusses klar verletzt hat." Ob strafrechtliche Schritte eingeleitet werden, liege nun zunächst im Ermessen der Betroffenen.

Nach Kritik aus der Bundesliga will der DFB sein Schiedsrichterwesen neu ordnen, um "Abhängigkeitsverhältnissen effektiver vorzubeugen". Künftig soll es etwa unabhängige Ansprechpartner für Referees geben. Interne Konsequenzen aus der verzögerten Bearbeitung des Falles Amerell kündigte der DFB nicht an.

Amerell bestreitet die Vorwürfe. Sein Anwalt Jürgen Langer hat derweil schwere Vorwürfe gegen den DFB erhoben, der bislang eine Akteneinsicht verweigert haben soll. Er habe das DFB-Sportgericht angerufen, "um die Rechtmäßigkeit der Ablehnung der Akteneinsicht überprüfen zu lassen".

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