Schiedsrichterschelte : Heiße Diskussionen über Fouls

Steigen die Abwehrspieler in der Bundesliga zu hart ein? Jetzt hat sich sogar die Trainertagung mit dieser Frage beschäftigt, auch Schiedsrichter waren vertreten. Bundestrainer Löw forderte mehr Respekt vor den Unparteiischen.

Foul
Tritt des Anstoßes. Miroslav Klose verletzt sich durch überhartes Einsteigen des Bremer Abwehrspielers Naldo. -Foto: dpa

HamburgGesundheitsgefährdende Fouls und ihre Bestrafung durch die Schiedsrichter haben auf der Tagung der Bundesliga-Trainer für heiße Diskussionen gesorgt. "Ich fand die Schiedsrichter-Kritik aus München nicht sinnvoll. Man sollte nicht ständig auf einzelne Situationen und Personen eingehen", kritisierte Thomas Schaaf, Trainer von Werder Bremen, die von Bayern-Manager Uli Hoeneß angestoßene Debatte um eine härtere Ahndung unnötigen Zweikampfverhaltens. Zum Verhalten der Unparteiischen sagte Kölns Coach Christoph Daum, der selbst wegen Schiedsrichterschelte gesperrt ist: "Zu Saisonbeginn suchen noch alle nach ihrer Form, auch die Trainer und Spieler." Das Thema sei zu Saisonbeginn dasselbe wie vor zehn, zwanzig Jahren.

Bayern-Trainer Ottmar Hitzfeld befürwortete eine Empfehlung, Fouls von hinten härter zu ahnden. "Die Schiedsrichter haben einen schweren Stand, deswegen ist zudem die Kommunikation mit ihnen so wichtig", zeigte Hitzfeld Verständnis für die Unparteiischen. Die Schiedsrichter-Zunft war durch Lehrwart Eugen Striegel und Florian Meyer vertreten. Meyer, der die Sonntagspartie Hamburger SV gegen Bayern München geleitet hatte, schilderte den Trainern zum Verständnis 90 Minuten aus der Sicht eines Referees. "Wir haben einen Konsens gefunden, der heißt: Respekt vor den Schiedsrichtern", sagte Bundestrainer Joachim Löw.

Hohes Niveau der Schiedsrichter

Leverkusens Trainer Michael Skibbe gab zu, dass die Referees "einen schweren Job haben und wir in einigen Punkten auseinanderliegen". Die "Fußball-Praktiker sollten jedoch keinesfalls die Gegenspieler der Schiedsrichter sein", denn allgemein sei das Niveau der Leistungen in der Bundesliga sehr hoch. "Es wird korrekt und gut gepfiffen."

"Wir als Trainer sind angehalten, die Spieler anzuleiten, nicht von hinten in die Beine zu grätschen. Das bringt auch der eigenen Mannschaft außer einer Karte und eines gegnerischen Freistoßes nichts", führte Löw aus, der mit den 23 Kollegen aus der ersten und zweiten Liga über die Optimierung des Zweikampfverhaltens diskutierte. "Wir sehen auch bei der Nationalmannschaft unbedachte Fouls von hinten. Es liegt an uns Trainern, die Spieler zu schulen, besseres Zweikampfverhalten zu zeigen, das allein den Ball als Ziel halt", führte Löw aus. (mit dpa)

0 Kommentare

Neuester Kommentar