Schießen bei Olympia : Ist das Sport oder doch nur Kirmes?

Olympia kann auch Nischensport groß herausbringen. Aber nicht, wenn er so schlecht präsentiert wird wie das Pistolenschießen. Ein Kommentar.

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Hände hoch. Warum müssen diese Frauen auf uns Fernsehzuschauer zielen?
Hände hoch. Warum müssen diese Frauen auf uns Fernsehzuschauer zielen?Screenshot: ZDF

Auf wen oder was zielen denn die beiden Frauen da? Doch nicht etwa auf uns Fernsehzuschauer? Ein anderes Ziel ist jedenfalls nicht zu sehen. Olympia kann auch Nischensport ins Zentrum rücken, kleine Sportarten groß rausbringen. Aber nicht so. Nicht, wenn man wie bei der Präsentation des Wettbewerbs mit der Sportpistole als Zuschauer das Gefühl hat, gleich die Hände hochnehmen zu müssen. Da hilft nur der Finger am Abzug der Fernbedienung.

Nur rote und grüne Lichter zeigten an, ob die Athletinnen getroffen hatten. Das kommt einem vor wie eine Fußballübertragung, in der die Kamera nur bis zum Sechzehner schwenkt. Da war jede Biathlonübertragung schon vor zehn Jahren weiter. Die Präsentation hatte etwas technisch Kaltes. Mit einer besseren Regie wäre mehr Mitfiebern möglich gewesen, auch mit der deutschen Schützin Monika Karsch, die am Ende Silber gewann.

Olympia heißt auch staunen über die Leistung derjenigen, die so viel trainiert haben, um etwas Herausragendes zu zeigen. Aber wenn das Ziel nicht zu sehen ist und keine Entfernung bis zur Scheibe, kann man die Leistung auch nicht einschätzen. Nicht würdigen. Und nicht sehen, ob die Leistung wirklich besser ist als die beim Rosenschießen auf der Kirmes.

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