• Schily fordert härtere Strafen für Flitzer Innenminister kritisiert Ordner in den Stadien

Sport : Schily fordert härtere Strafen für Flitzer Innenminister kritisiert Ordner in den Stadien

André Görke

Berlin - Verärgert zeigt sich Innenminister Otto Schily über die Sicherheitskräfte des Confed-Cups, die die Flitzer nicht stoppen konnten. „Die Ordner müssen sich damit beschäftigen, dass das bei der WM 2006 nicht mehr stattfindet“, sagte Schily dem Magazin „GQ“. „Die vier Flitzer, die wir bisher hatten, waren ja harmlos. Das könnte theoretisch aber auch jemand sein, der Böses im Schilde führt.“ Schily fordert härtere Strafen für die Flitzer, die bisher lediglich mit Stadionverboten belegt werden. Der Präsident des Organisationskomitees (OK) der Fußball-WM 2006, Franz Beckenbauer, hatte zuvor von einer „kleinen Blamage“ gesprochen und die Flitzer als „Wahnsinnige“ bezeichnet.

Schon im Halbfinale zwischen Mexiko und Argentinien in Hannover wurden 100 zusätzliche Ordner eingesetzt, die eine dichte Kette um das Spielfeld bildeten. Dass die Zuschauer überhaupt so einfach aufs Spielfeld rennen können, liegt daran, dass es in keinem WM-Stadion mehr Zäune gibt. Eigentlich hatte der Weltverband Fifa in seinem internen Pflichtenheft, das dem Tagesspiegel vorliegt, geschrieben, dass es durch „Anhebung der ersten Reihe der Tribünenplätze“ den Zuschauern „unmöglich oder zumindest unwahrscheinlich“ sein soll, aufs Spielfeld zu rennen. Auch Gräben sollten gebaut werden. Bei neuen Stadien sei sogar folgende Richtlinie „dringend“ zu beachten: Die erste Sitzplatzreihe muss sich „mindestens 2,50 Meter über Spielfeld-Niveau“ befinden. Beim Confed-Cup ist das nur in Leipzig so.

Pflicht sei das Pflichtenheft schon, sagte OK-Sprecher Jens Grittner, „wir haben allerdings einen Ermessensspielraum“. Die Ordner würden zur WM nun besser geschult. Man dürfe die Verhältnismäßigkeit aber nicht verlieren, „wir hatten keine Schlägereien, keine Rauchbomben, keine Feuerwerkskracher. Da ist so ein Flitzer doch eher eine Lappalie“.

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