Sport : Schlafmützen nur auf den Rängen

Claus Vetter

Vorweihnachtlich stimmungsvoll ging es gestern vor 4100 Zuschauern im Sportforum Hohenschönhausen zu. Der EHC Eisbären hatte vor dem Spiel in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) gegen die München Barons, blaurote Weihnachtsmützen an alle Besucher verteilt. Dass die Kopfbedeckungen ein wenig an Schlafmützen erinnerten, stand aber in keinem Zusammenhang mit der Darbietung auf dem Eis. In einer überwiegend niveauvollen Partie gewannen die Eisbären 3:1 (1:1, 0:0, 2:0).

Der Arbeitstag nahm vor allem für Richard Shulmistra einen ungewöhnlichen Verlauf. Wenige Stunden vor Spielbeginn war Torhüter der Eisbären Vater geworden. Der Kanadier hatte noch am Nachmittag der Geburt seines Sohnes beigewohnt, wollte am Abend trotzdem im Tor stehen und Trainer Uli Egen tat ihm den Gefallen. Shulmistra rechtfertige seine Aufstellung dann auch, der Torhüter der Eisbären lieferte ein gutes Spiel ab. Offensichtlich hatten die Berliner trotz ihrer eiskalten Rückfahrt aus Nürnberg - im Zug war die Heizung ausgefallen - noch ein wenig Schwung aus der Partie vom Freitag mit ins Sportforum gebracht. Ähnlich wie beim 5:4-Erfolg bei den Ice Tigers gingen die Eisbären anfangs äußerst engagiert zu Werke und das sollte nach nur 98 Sekunden belohnt werden. Nico Pyka brachte einen Schlagschuss im Tor der Barons unter. Münchens Keeper Boris Rousson ließ den Puck durch seine Schoner passieren. Nachdem die Eisbären dann mit weiteren guten Möglichkeiten fahrlässig umgingen, nur einen Lattentreffer durch David Roberts auf ihr Konto brachten, halfen sie den Münchnern mit einem Wechselfehler auf die Sprünge: Andrew Schneider war der Nutznießer, der Kanadier glich zum 1:1 aus.

Bis dahin hatte der EHC das Geschehen eindeutig dominiert, nach dem Ausgleichstreffer war es plötzlich mit aller Berliner Herrlichkeit dahin. Die Barons demonstrierten mitunter eindrucksvoll, dass sie neben Mannheim wohl das Team in der DEL mit den begnadetsten Schlittschuhläufern hat. Tore fielen erst wieder im letzten Drittel. In der 53. Minute wurden die Eisbären dafür belohnt. Mit einem beherzten Schuss aus etwa fünf Metern sorgte Kapitän Marc Fortier für die EHC-Führung. Damit war der Startschuss für die finale Eisgala der Eisbären erfolgt: David Roberts schloss kurze Zeit später einen Konter zum 3:1 ab.

Roberts krönte eine gelungene Vorstellung des EHC, die damit in der Tabelle wieder am Lokalkonkurrenten Capitals vorbeizogen. Bereits am zweiten Weihnachtstag müssen die Berliner in Essen antreten.

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