Sport : Schlag zurück!

-

Mona Hope über

den Frauenbeauftragten im Boxverband

Eigentlich sollte alles gut werden für die deutschen Amateurboxerinnen. Nach langen Jahren beharrlicher Ignoranz durch den Deutschen Boxverband (DBV) wurde kürzlich ein Frauenbeauftragter gewählt, der ehemalige Vizepräsident Manfred Schmiler.

Der jedoch interpretiert seinen Posten etwas weitläufiger. Als Vertreter der Landesverbände für Ligawesen und Frauenboxen sei er keineswegs ein Frauenbeauftragter, sagt er. Fragen der Landesverbände bezüglich Frauenboxen werde er mit dem Vorstand besprechen, der „technische Kram und die Planung“ sei jedoch weiterhin Aufgabe des Sportwarts. Und außerdem: „Wenn ich ganz ehrlich bin: Ich bin nicht fürs Frauenboxen, aber wir müssen damit leben.“

Trotz der Forderung der Sportlerinnen nach mehr Unterstützung vom Verband für die Meisterschaften – nach wie vor werden nicht überall Landesmeisterschaften ausgetragen und um deutschen Meisterschaftstitel wurde bislang noch nie gekämpft – sieht Schmiler keinen Handlungsbedarf und findet: „Der Boom im Frauenboxen ist vorbei.“ Deshalb werde es auch keine separate Deutsche Meisterschaft (DM) geben. Andere teilen diese Meinung nicht und wundern sich. Jens Hoyer, Präsident des Hamburger Amateurboxverbands und engagierter Befürworter des Frauenboxens, ist „eigentlich ganz anders informiert“. Offiziell habe der DBV dem Hamburger Verband „freie Hand“ gegeben, Deutsche Meisterschaften durchzuführen. Zwar ohne finanzielle Unterstützung, denn bisher wurde für eine eventuelle Entlohnung der Sportlerinnen kein Budget aufgestellt, doch für die Ringrichter etwa wollte der Bundesverband vielleicht aufkommen.

Verwundert gibt man sich auch beim DBV über den eben erst beauftragten Mann für Frauenfragen. Denn es geht ja auch anders. Jürgen Kyas, bis zur Wahl Schmilers kommissarisch Frauenbeauftragter und Präsident des Landesverbandes Niedersachsen, drückte die EMTeilnahme der deutschen Boxerinnen durch und brachte die Planung zur ersten DM in Hamburg auf den Weg. Eigentlich wollte Kyas seinen Posten behalten, doch daraus wurde nichts. Kyas bekam den Job des Sportwarts, gewählt wurde Manfred Schmiler. Und wie wichtig sind die Frauen dem Boxverband nun?

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben