Sport : Schlamm und Geröll

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Leipzig (dpa). Olaf Pollack vom Team Gerolsteiner ist der erste Träger des Gelben Trikots bei der 55. Friedensfahrt. Der Cottbuser gewann die 1. Etappe Rund um Ceske Budejovice über 137 km im Massensprint vor Werner Riebenbauer (Österreich) und Andrus Aug (Estland). Überschattet wurde die Zielankunft von einem Massensturz nach der Ziellinie, als auf regennassem Kopfsteinpflaster die Fahrer nur eine kurze Auslaufzone hatten und nicht rechtzeitig bremsen konnten.

120 Fahrer aus 20 Teamswaren bei sonnigem Wetter und Temperaturen um 20 Grad auf den 55. Course de la Paix gegangen. Doch schon nach neun Kilometern überflutete starker Regen die Straßen. Außerdem behinderten Schlamm und Geröll die Fahrer. Nach 25 km setzte sich kurz nach dem ersten Sprint der Tscheche Michal Kalenda vom Feld ab und fuhr bis zu fünfeinhalb Minuten Vorsprung heraus. Erst wenige Kilometer vor Ceske Budejovice zog das Feld das Tempo an. Vor allem die Teams Telekom, Wiesenhof und Gerolsteiner forcierten die Fahrt.

Auf den fünf Schlussrunden in der Innenstadt zeichnete sich bereits ab, dass es im Finish Stürze geben wird. Nur langsam konnten die Fahrer die 90-Grad-Kurve 15 Meter nach dem Zielstrich in Angriff nehmen. Der Ausreißer wurde schließlich in der drittletzten Runde gestellt. „Die Anfahrt war zu gefährlich. Aber Sieg ist Sieg“, freute sich Pollack. Ernsthafte Verletzungen gab es bei dem Massensturz nicht, dagegen waren mehrere Räder Schrott. Die Fahrer kamen zum Großteil mit Schürfwunden davon. Die 2. Etappe führt heute von Trebon nach Pardubice über 184 km.

Auch ohne die ganz großen n in den Startlisten will die Friedensfahrt diesmal dem ab Sonnabend parallel laufenden Giro d’Italia Konkurrenz machen und wieder Millionen Fans in ihren Bann ziehen. Die 55. Auflage des Traditionsrennens führt über 1500 km über Chemnitz nach Warschau. Die polnische Metropole empfängt zum ersten Mal seit 1991 wieder das Peloton.

Nach der Einstufung in die Kategorie 2.2, der selben Klasse wie die Tour de Suisse und die Deutschland-Tour, wurde das Streckenprofil schwerer gemacht. Die Königsetappe wird der Abschnitt von Mlada Boleslav nach Chemnitz über 231 km sein, einen Tag später muss gleich zwei Mal der 18-prozentige Spiegelberg bei Bernsbach bezwungen werden. Und zum Schluss steht noch das 40 km lange Einzelzeitfahren in Warschau auf dem Programm. Finanziell ist die ehemalige „Tour de France des Ostens“ mit einem Etat von zwei Millionen Euro zu keinen großen Sprüngen fähig, konnte jedoch solide wirtschaften. 8000 Euro gibt es für den Sieger, 114 300 Euro insgesamt an Preisgeldern.

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