Sport : Schluss ohne lustig

Steffen Hudemann

würdigt Ailtons Leistung in der Bundesliga Es gab keine Blumen, und die Ansprache vor der Mannschaft war kurz. Über Nacht hat Ailton die Fußball-Bundesliga verlassen. Bald wird der Brasilianer wohl im Trikot von Besiktas Istanbul auflaufen. Sieben Jahre lang gehörte Ailton zur Bundesliga. Keiner gab so herrlich wirre Interviews, keiner lieferte so lustige Schlagzeilen – ob er sich nun in der Winterpause beim Ochsen-Rodeo verletzte oder bei der Nationalmannschaft Katars anheuern wollte. Das alles werden wir vermissen. Aber Ailton war nicht nur Clown, sondern auch ein richtig guter Fußballer. Seine Schusstechnik wird in dieser Perfektion von wenigen erreicht, er war oft mit dem Ball am Fuß schneller als seine Gegenspieler ohne, und mit Ausnahme von Roy Makaay war kein Bundesligaspieler vor dem Tor so souverän wie Ailton.

Dass er nicht modern spielt, dass er für sein Spiel viel Platz braucht und als Stürmer keineswegs der erste verteidigende Spieler, sondern ausschließlich Angreifer ist – diese Kritik ist berechtigt. Dennoch hat Ralf Rangnick seinen Stürmer vielleicht zu früh aufgegeben. Ailton hat bei Schalke in 29 Spielen immerhin 14 Tore geschossen, so viele wie keiner seiner Kollegen. Und er hätte sich steigern können. Bei Werder Bremen erzielte er in seiner ersten Saison auch nicht 28 Tore.

Vielleicht kommt Ailton nach seiner Zeit in der Türkei zurück in die Bundesliga. Er wolle seine Karriere gern in Bremen beenden, hat er vor seinem Wechsel nach Schalke gesagt. Wenn sie ihn bei Werder dann nicht mehr brauchen, sollten sie ihm wenigstens ein Abschiedsspiel schenken. Ailton hätte es verdient.

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