Sport : Schlussspurt zu Silber

Radfahrer Roger Kluge triumphiert im Velodrom

Peking - Mit einem beherzten Antritt in der Schlussrunde hat sich Roger Kluge bei den olympischen Bahnrad-Wettbewerben im Punktefahren die Silbermedaille erkämpft. Im Velodrom von Laoshan machte der 22-jährige Cottbuser nach 40 Kilometern die Überraschung perfekt und holte bereits die zweite olympische Medaille für den Bund Deutscher Radfahrer (BDR). Der Olympia-Debütant brachte sogar den spanischen Olympiasieger Joan Llaneras, der sein zweites Gold nach Sydney 2000 errang, in Bedrängnis. In der letzten von insgesamt 15 Wertungen sicherte sich Kluge Platz zwei hinter Llaneras. Die Bronzemedaille gewann der Brite Chris Newton. „Meine Medaille war sicher, da habe ich in der letzten Wertung noch mal alles für Silber reingelegt“, sagte Kluge nach seinem Triumph.

„Roger hat schon in den Weltcup-Rennen vor Olympia seine Klasse bewiesen. Aber wie er heute das Rennen regelrecht beherrscht hat, ist schon eine große Überraschung“, staunte BDR-Sportdirektor Burckhard Bremer. „Er ist so clever und ausgeschlafen gefahren, für einen Fahrer seines Alters ist das unglaublich. Jetzt haben wir große Hoffnungen für das Madison-Rennen am Dienstag, in dem Kluge mit Olaf Pollack ins Rennen geht.“ Die Straßenrennen in Peking verliefen für die deutschen Fahrer nicht erfolgreich.

Kluge, der mit einer Karriere als Straßenprofi liebäugelt, fuhr unter den Augen von IOC-Präsident Jacques Rogge das Rennen seines Lebens. Der gelernte Industriekaufmann gewann zwei Runden, erst in der drittletzten Wertung zog Routinier Llaneras an ihm vorbei. Bei seiner Ehrenrunde fuhr Kluge zu seinem Madison-Partner Pollack, der auf der Tribüne saß. Mit ihm spekuliert der deutsche Aufsteiger im Bahnradsport auf eine weitere Medaille im Zweier- Mannschaftsfahren am Dienstag. Das Duo Pollack/Kluge ist in diesem Wettbewerb Vize-Weltmeister.

Kurz darauf konnten die deutschen Radfahrer weitere Achtungserfolge erringen: Carsten Bergemann aus Chemnitz schaffte im Keirin-Wettbewerb den Einzug in das Sechserfeld, das um die Medaillen fuhr. Zum Schluss blieb für ihn Platz fünf. Teamsprint-Bronzemedaillengewinner Maximilian Levy aus Cottbus scheiterte dagegen in der ersten Runde im Hoffnungslauf. In der 4000-Meter-Einzelverfolgung, in der deutsche Fahrer zum ersten Mal seit der Olympia-Premiere 1968 nicht vertreten waren, fuhr der britische Favorit Bradley Wiggins im Finallauf gegen den Neuseeländer Hayden Roulston zu Gold. Dass die Briten im Bahnradsport die Vorherrschaft innehaben, zeigen auch Wiggins’ Landsfrauen Rebecca Romero und Wendy Houvenaghel, die heute um Gold in der Einzelverfolgung fahren.dpa

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