Sport : Schmutziges Spiel

Benedikt Voigt

Weiß ist das Tennis schon länger nicht mehr. Nur noch in Wimbledon versuchen die Verantwortlichen tapfer, dem Trend zu bunten Hemden entgegenzuwirken. Doch Tennis ist nicht nur farbig, sondern auch schmutzig geworden. So ist gestern der Argentinier Mariano Puerta von der Internationalen Tennis-Federation (ITF) wegen Dopings für acht Jahre gesperrt worden, er hat damit eine im Spitzensport rekordverdächtige Strafe erhalten. Doch was spektakulär aussieht, ist nur die konsequente Umsetzung der Regeln.

Im Fall Puerta blieb der ITF gar nichts anderes übrig, für Wiederholungstäter wie ihn sieht die Welt-Anti-Dopingagentur eigentlich sogar eine lebenslange Sperre vor. Doch die Menge des Stimulanzmittels Etilefrin, die nach dem Endspiel der French Open in seinem Urin gefunden wurde, war zu gering, um die Höchststrafe auszusprechen. Die Achtjahressperre wirkt allerdings auch wie lebenslang, denn der 27-Jährige wird wohl seine Karriere beenden. Hat die ITF, die bislang im Anti-Dopingkampf eher durch Nachlässigkeit aufgefallen ist, plötzlich einen neuen Kurs eingeschlagen?

Das wird erst der Fall der Bulgarin Sesil Karatantschewa beantworten, die positiv auf Nandrolon getestet worden ist, wie „L’Equipe“ berichtet. Es ist viel schwieriger, eine 16-jährige Nachwuchshoffnung zu bestrafen als einen hartnäckigen Wiederholungstäter. Erst bei ihr wird sich zeigen, wie ernsthaft die ITF den Sport säubern will.

0 Kommentare

Neuester Kommentar