Sport : Schnäppchen zum Fest

Benedikt Voigt

Die Zeit ist ein nicht zu unterschätzender Faktor im Transfergeschäft. Wenn zum Beispiel jemand im Sommer 2006 dem Manager des FC Bayern gesagt hätte, er würde Jan Schlaudraff verpflichten, hätte Uli Hoeneß wahrscheinlich zahlreiche Packungen Nürnberger Rostbratwürstchen dagegen gewettet. Was soll der FC Bayern mit einem Spieler, der sich bei Borussia Mönchengladbach nicht bewährt hat und in die Zweite Liga abgewandert ist? Im Winter 2006 sieht das schon anders aus.

Jan Schlaudraff wird in der kommenden Spielzeit für den FC Bayern spielen. Das ist zwar noch nicht offiziell, da die Fifa einen Wechsel erst ab dem 1. Januar erlaubt. Doch der Spieler berichtet, er habe seine Entscheidung schon getroffen. Für Bayern. Damit bekommen die Münchner einen Spieler, der erst in einer einzigen Bundesliga-Halbserie aufgefallen ist. Mit sechs Toren und der Berufung in die Nationalmannschaft. Das ist nicht schlecht, muss aber nicht unbedingt für den FC Bayern reichen. Dieser interessierte sich zuletzt eher für internationale Stars wie Ruud van Nistelrooy oder Franck Ribéry. Trotzdem ist das Geschäft mit Schlaudraff für den FC Bayern sinnvoll. Weil risikolos.

Für eine Million Ablöse und für angeblich fast zwei Millionen Euro Gehalt pro Jahr soll Schlaudraff zu haben sein. Das ist ein Schnäppchen zum Fest für die Bayern. Ein aufstrebender Nationalspieler ist für die nationale Konkurrenz vom Markt, und Trainer Felix Magath kann sich in Ruhe ansehen, ob Schlaudraff sich im eigenen Kader überhaupt durchsetzen kann. Denn es werden weitere Spieler kommen, das haben die Bayern angekündigt. Bis zu 30 Millionen Euro können sie dafür ausgeben. Bleiben noch 27.

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