Sport : Schnell ausgewechselt

Der Manager des VfL Wolfsburg tritt zurück

André Görke

Berlin - Am späten Abend fuhr Erik Gerets mit seinem Wagen durch den Regen. „Ja, ich hab’s gerade erfahren“, sagte der Trainer des Fußball-Bundesligisten VfL Wolfsburg. „Ich find’s schrecklich, dass der Mann jetzt der Sündenbock sein soll.“ Gerets sprach von seinem Chef; oder besser – von seinem ehemaligen. Am Dienstagabend ist nämlich VfL-Manager Peter Pander von seinem Amt zurückgetreten. Via Pressemitteilung ließ er verbreiten, dass er dem Verein „einen Neuanfang ermöglichen“ wolle. Anschließend stellte Pander sein Handy aus.

Mit der Entscheidung war nach dem „Vorgang vom Wochenende“ (Pander) zu rechnen. Im DFB-Pokal hatte der VfL zwar gegen die Amateure des 1. FC Köln gewonnen. Doch weil Mittelfeldspieler Marian Hristow gesperrt war, aber spielte, wurde der Sieg den Kölnern zugesprochen. Trainer Gerets sprach hinterher von „Kommunikations- und Organisationsproblemen“. Was im Verein passiert sei, „ist einfach nur peinlich“. Bei dieser Aussage blieb Gerets auch gestern Abend. Er sagte allerdings auch: „Die Angriffe allein gegen den Manager waren unfair.“ Pander wurde für den Fehler persönlich verantwortlich gemacht. Schon war Leverkusens ehemaliger Manager Reiner Calmund im Gespräch, doch das dementierte VfL-Aufsichtsratchef Lothar Sander am Abend.

Eines scheint klar: Der Vorfall war nur der Höhepunkt der vergangenen Monate. 13 Jahre war Pander beim VfL, er führte den Klub von der Dritten in die Erste Liga. Doch oft gab es Streit. Mit Ex-Star Stefan Effenberg, mit Ex-Trainer Jürgen Röber. „Der hat von Fußball keine Ahnung“, hieß es. Jetzt wird erst mal Klaus Fuchs den Job übernehmen. Er ist der Geschäftsführer des Vereins.

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