Sport : Schnell raus aus Europa!

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Markus Huber fordert

Skirennen in Bahrain

Schon klar, Skifahren ist ein Freiluftsport und wetterabhängig. Wenn man aber versucht hat, eine ganze Ski-Saison vor dem Fernseher mitzuerleben, dann kann man diesen Sportkommentatoren-Spruch nicht mehr hören. Immer wieder werden die Rennen verschoben, neu angesetzt, vertagt. Erst gibt’s keinen Schnee in Val d’Isère (was nicht tragisch ist, weil die Abfahrt dort langweilt), dann zu viel Schnee in Wengen (was schlimmer ist, weil die dortige Abfahrt ganz gut ist), und spätestens im März setzt das Tauwetter ein, was das Saisonfinale dahinschmelzen lässt. Macht das Spaß? Macht das süchtig? Die „Formel 1 des Winters“ soll der Herren-Abfahrts-Weltcup sein, sagen alle Fernsehmenschen fern von RTL.

Niemals! Wenn man sich vor einem Grand Prix mal ein Bier aufgemacht hat, dann hat man 90 Minuten Zeit, es zu trinken. Als Abfahrts-Fan muss man heute die Bierflasche aus dem Schrank holen, die man in Bormio kurz vor Neujahr aufgemacht hat (die Bormio-Abfahrt sollte am Freitag in Wengen stattfinden), sie dann aber gleich wieder bis nächsten Freitag wegräumen (das Bormio-Rennen aus Wengen wird dann in Kitzbühel nachgeholt oder auch nicht). Das schmeckt nicht, das schmeckt gar nicht.

Liebe Veranstalter: Wenn schon „Formel 1 des Winters“, dann ordentlich. Weg mit den unsicheren Europa-Rennen! Raus nach Bahrain, nach Indien oder Malaysia. Dort ist es absolut wetterbeständig. Die Rennen könnten immer wie geplant stattfinden. Das Bier würde niemals schal schmecken. Und das beste: Zigarettenwerbung, sagt Onkel Berni, ist auch erlaubt.

Dort fehlt der Schnee? Das soll nicht unser Problem sein. Bernie Ecclestone würde dafür schließlich auch eine Lösung finden. Denn wo steht geschrieben, dass Skifahren ein Freiluftsport sein muss?

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