Sport : Schnell wechseln, schnell spielen

Es gibt angenehmere Bedingungen zum Sporttreiben, als sie die deutschen Hockey-Nationalspieler zurzeit in Malaysia vorfinden: Der Februar ist der heißeste Monat, die Temperaturen liegen bei 35 Grad oder darüber, und bei einer Luftfeuchtigkeit von 90 Prozent haben die Spieler das Gefühl, als würden sie durch einen nassen Waschlappen atmen. "Das Problem haben alle Mannschaften", sagt Bernhard Peters, der Bundestrainer. Als Ausrede taugen die klimatischen Bedingungen also nicht. Warum auch? Die Deutschen haben gestern bei der Weltmeisterschaft in Kuala Lumpur im zweiten Spiel den zweiten Sieg gefeiert. Durch Treffer von Oliver Domke (16. und 66. Minute) und Sascha Reinelt (21.) setzten sie sich mit 3:0 gegen Südafrika durch.

Sollten die Deutschen in der Tat erstmals Weltmeister werden, hätten sie ein hartes Stück Arbeit vollbracht. Schon am Mittwoch (9 Uhr MEZ) geht es gegen Vizeweltmeister Spanien, ingesamt stehen in 13 Tagen neun Spiele an. Diesen erschwerten Bedingungen, das sagt auch Bundestrainer Peters, "gilt unser Hauptrespekt". Seine Mannschaft soll schnell und offensiv spielen, aggressiv verteidigen, den Ball möglichst weit vom eigenen Tor entfernt halten. Doch schon bei gemäßigten mitteleuropäischen Temperaturen kostet dieses System viel Kraft. Der Deutsche Hockey-Bund hat deshalb vor der WM den Antrag gestellt, dass alle 18 Spieler aus dem Kader während einer Begegnung eingesetzt werden dürfen und nicht je zwei von ihnen auf der Tribüne sitzen müssen. Dem Antrag wurde stattgegeben. Peters kann dadurch jetzt in sehr schnellem Rhythmus wechseln, den Spielern Pausen gönnen und "trotz der Hitze das Tempo hochhalten".

Das Konzept funktioniert. Alle sieben Stürmer haben inzwischen getroffen. Dass die Mannschaft gegen die Südafrikaner in der zweiten Hälfte etwas bedächtiger spielte, wird dem Perfektionisten Peters zwar nicht gefallen haben, "aber ich habe Verständnis dafür, dass bei einem klaren Vorsprung die volle Konzentration nachlässt".

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