Sport : Schneller als das Sturmtief: Deutsche Bobfahrer in Topform

Winterberg - Die Spitzengeschwindigkeit lag bei 133,53 Stundenkilometern. Mit diesem Wert war Thomas Florschütz gestern im Winterberger Eiskanal sogar schneller als das Sturmtief „Joachim“ im Sauerlandkreis. Der Bobpilot aus Riesa feierte mit seiner Crew Gino Gerhardi, Kevin Kuske und Thomas Blaschek am Sonntag in beeindruckender Manier den ersten Weltcupsieg seiner Karriere im Viererbob, nachdem er am Vortag schon im kleinen Schlitten gewonnen hatte.

„Lange habe ich auf diesen Moment gewartet. Mein erster Sieg im Viererbob war längst überfällig. Ich kann meiner Crew, meiner Familie und meinem Umfeld nur danken, es war ein Klasse-Wochenende“, sagte Florschütz, der im Gesamtweltcup mit 625 Zählern die Führung vor dem Russen vor dem Russen Alexander Subkow (619) übernahm. Dritter ist Olympiasieger Steven Holcomb (578) aus den USA, der Rang vier belegte.

Nach dem großen Erfolg will Florschütz nun erstmal die Beine hochlegen und an den Feiertagen ein paar Kilogramm schwerer werden. Damit könnte der Bob noch Sekundenbruchteile schneller werden. „Ich kann schon noch drei bis vier Kilogramm mehr gebrauchen und werde einige Keulen verdrücken“, sagte Florschütz, der im Januar auf seiner Heimbahn in Altenberg wieder voll angreifen will: „Das Team ist heiß, jetzt wollen wir natürlich weiter möglichst schnell sein und an diese Erfolge anknüpfen.“

Im Zweierbob hatte Florschütz mit dem sehr starken Kevin Kuske nach La Plagne bereits seinen zweiten Sieg erreicht. Mit 24 Hundertstelsekunden Vorsprung verwies das Duo den Schweizer Schlitten von Beat Hefti auf Rang zwei. Das Oberhofer Duo Maximilian Arndt/Martin Putze landete auf Platz vier. Machata hatte mit Startnummer 1 Pech, sein Schlitten musste die Schneeschicht von der Eisfläche räumen. Er landete auf Rang 23. „Völlig sinnlos, die Ergebnisse kann man komplett streichen, da fährt man mal im Schnee rum, dann mal wieder nicht. Man muss das jetzt so hinnehmen und in Altenberg der Konkurrenz wieder eine rüberbrennen“, sagte Machata.

Bei den Frauen erreichte Weltmeisterin Cathleen Martini ihren ersten Weltcupsieg in diesem Winter. Die Pilotin aus Oberbärenburg hatte mit Anschieberin Janine Tischer 28 Hundertstelsekunden Vorsprung vor Lokalmatadorin Anja Schneiderheinze mit Lisette Thöne. Auf Rang drei landete das Schweizer Duo Fabienne Meyer/Hanne Schenk. Die nach dem ersten Lauf noch auf Rang zwei liegende Winterbergerin Sandra Kiriasis fiel mit Bremserin Petra Lammert auf den siebten Platz zurück und schimpfte nach dem Rennen: „Die Verhältnisse waren einfach nur chaotisch.“ dpa

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben