Sport : Schneller als Usain Bolt

Lukas Podolski überzeugt gegen Ecuador.

Gregor Derichs
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Boca Raton - Den rot-weißen Schal des 1. FC Köln hatte sich Lukas Podolski um die Hand gewickelt. „Den hat mir ein Fan geschenkt, der auf den Platz gelaufen kam“, sagte Podolski. In 7000 Kilometer Entfernung von der Heimat ein rheinisches Andenken zu bekommen, das rührte sein Herz. Viel emotionaler, als der Mittelfeldspieler des FC Arsenal vorher erwartet hatte, war der Nachmittag in Florida verlaufen. Beim 4:2 (4:1) der Nationalmannschaft gegen Ecuador waren auch seine Frau und der fünfjährige Sohn dabei.

Vor dem Stadion in Boca Raton jubelten ihm später die Fans zu – Deutsche, Einheimische aus Florida und Südamerikaner. Selbst wenn die 15 Spieler aus München, Dortmund und von Real Madrid den USA-Trip mitgemacht hätten, wäre er eine Attraktion geblieben. Denn international ist Podolskis Renommee noch höher als national. An diesem eigentlich nur durchschnittlichen Tag schaffte er es, mit einem Blitztor ein weiteres Stückchen Ruhm zu erlangen.

Sein Sohn konnte kaum so schnell gucken, wie er jubeln durfte. Kaum war das Spiel angestoßen, erzielte sein Vater in der Zeit, in der Usain Bolt einen neuen 100-m-Weltrekord aufstellt, das erste Tor. 9,4 Sekunden wurden gestoppt, es war der früheste Treffer eines deutschen Nationalspielers in einem Länderspiel.

Podolski erzielte auch das 3:0, erneut mit einem strammen Schuss nach Vorlage der intelligent spielenden Sturmspitze Max Kruse. Mit seinen Länderspieltoren 45 und 46 verdrängte Podolski nun Karl-Heinz Rummenigge von Platz sechs der ewigen Torjägerliste. Als Nächstes wird er an Jürgen Klinsmann und Rudi Völler vorbeiziehen. Drei Tage vor seinem 28. Geburtstag wird der aus dem polnischen Gleiwitz stammende Offensivmann am Sonntag gegen die USA in Washington sein 110. Länderspiel bestreiten. Nur Lothar Matthäus und Miroslav Klose stehen noch vor ihm.

Der Bundestrainer plant mit ihm, wenn auch nicht mehr unbedingt als Stammspieler. „Lukas hat in den vielen Jahren immer nachgewiesen, wie wichtig er für die Mannschaft ist. Das war heute eine Klasseleistung mit zwei Toren, aber auch unglaublichem kämpferischen Einsatz“, sagte Löw. Gregor Derichs

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