Sport : Schnelles Leid

Eine Biografie über den Radprofi Marco Pantani

Claus Vetter

Die Themen Radsport und Doping sind untrennbarer denn je. Floyd Landis wurde der Sieg bei der Tour de France aberkannt, bei Vorgänger Lance Armstrong rollte der Zweifel immer mit – auch wenn Armstrong nie überführt wurde. Ein Jahr bevor der Amerikaner seine Siegesserie startete, gewann 1998 ein kleiner Italiener bei der Tour: Marco Pantani. So steil sein Aufstieg war, so tief war sein Fall. Pantani wurde 1999 beim Giro d’Italia wegen eines überhöhten Hämatokritwertes disqualifiziert – allerdings konnte kein Blutdoping nachgewiesen werden. Seine Karriere aber war ruiniert. Pantanis Leben endete fünf Jahre später, mit einer Überdosis Kokain.

In den letzten Wochen seines Lebens hat Pantani an einer Autobiografie gearbeitet, erzählt seine Managerin Manuela Ronchi in der „Der Pirat – Das schnelle Leben das Marco Pantani“. Ronchi hat das unvollendete Vermächtnis aus ihrer Perspektive abgerundet. Der engen Vertrauten des Radprofis gelang ein zwar anscheinend intimes aber für die aktuelle Diskussion deplatziert pathetisches Werk über ein dramatisches Leben. Es gibt Betroffenheitslyrik, aber keine befriedigenden Antworten auf das Thema Doping und Radsport. Als Fiktion könnte das Werk durchgehen, als die Biografie, die es vorgibt zu sein, taugt es weniger.

— Manuela Ronchi und Gianfranco Josti:

Der Pirat – Das schnelle Leben des Marco Pantani,

bombus-Verlag,

286 Seiten,

19,90 Euro.

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