Sport : Schnelles Theater

Nach drei frühen Toren gewinnen die Eisbären 4:1 gegen Augsburg

Claus Vetter

Berlin – Er begann rasant, der Sonntagnachmittag im Sportforum Hohenschönhausen. In doppelter Hinsicht. Zunächst wurden die Spieler der Augsburger Panther mittelmäßig einfallsreich mit der Techno-Version eines Stückes aus der Augsburger Puppenkiste begrüßt. Als die Lautsprecher in der Halle des EHC Eisbären danach kaum verstummt waren, befanden sich die Panther aus ihrer Sicht alsbald im falschen Schauspiel: In den ersten Sekunden der Partie spielten die Berliner nämlich so auf, wie noch nie zuvor in dieser noch jungen Saison der Deutschen Eishockey-Liga. Drei Tore binnen der ersten 193 Spielsekunden schossen die Eisbären, was zugleich auch die Vorentscheidung war: Die Berliner gewannen am Ende 4:1 (3:0, 0:0, 1:1).

Es war irgendwann im Mitteldrittel, da wies der Stadionsprecher auf die historische Tragweite der furiosen Berliner Anfangsphase hin. Drei Treffer nach drei Minuten und 13 Sekunden, das hatte es in der Geschichte der Eisbären noch nie gegeben. Selten allerdings gab es nach drei tollen Minuten auch derart viel Belangloses im Sportforum zu sehen. Die Eisbären waren fast nur noch damit beschäftigt, ihren Vorsprung aus der gelungenen Anfangsphase zu verwalten. Das allerdings geschah in souveräner Manier, fand selbst Augsburgs Trainer Benoit Laporte. Er stellte fest, dass die Eisbären „locker über das Eis gekreuzt waren und das Spiel kontrollierten. Die ersten drei Minuten war das eine Schlacht, danach nur noch ein Eishockeyspiel“.

Ihre Effektivität sollte den Berlinern niemand verübeln: Zuletzt wurden gerade die vielen Gegentore bei den Eisbären bemängelt, gestern wurde ihr guter Torwart Oliver Jonas nur einmal bezwungen, vom Augsburger Björn Barta im letzten Drittel. Ihre Hypothek aus der Anfangsphase wurden die Schwaben nicht los: Steve Walker hatte nach exakt 60 Sekunden das erste Tor erzielt, dann war Stefan Ustorf an der Reihe, bevor Sven Felski schließlich den Treffer zum Rekord beisteuerte. Erst 56 Minuten später gelang Ustorf mit einem Schuss ins verwaiste Augsburger Tor, das Torwart Labbe zugunsten eines sechsten Feldspielers verlassen hatte, das vierte Tor.

Natürlich war die Vorstellung der Berliner noch „nicht perfekt“ wie ihr Trainer Pierre Pagé feststellte. Aber es gab einige gute Aktionen bei den Eisbären zu beobachten. Insbesondere die erste Sturmreihe mit Florian Busch, Alexander Barta und Ustorf gefiel, die anderen drei Formationen verrichteten ihre Arbeit ebenfalls sehr ansprechend. „Im Sturm passt bei uns momentan alles“, sagte Torschütze Felski. „Da harmonieren wir sehr gut.“ Gleiches lässt sich über die Verteidigung noch nicht behaupten, dort haben insbesondere Shawn Heins und Ricard Persson ihre Anlaufprobleme, was allerdings beim verdienten Berliner Sieg gegen die erstaunlich harmlosen Augsburger nicht ins Gewicht fiel.

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