Sport : Schnick, Schnack, Schnuck Empörung über Noten bei der Eiskunstlauf-EM

Sheffield - Noch lange nach Mitternacht brachten die Kurztanz-Ergebnisse der Eistänzer bei der Eiskunstlauf-Europameisterschaft in Sheffield hitzige Debatten. „Ich glaube, ich verstehe vom Eistanzen zu wenig, denn diese Bewertungen sind auch mir ein Rätsel“, sagte Elke Treitz, die Vizepräsidentin der Deutschen Eislauf-Union (DEU) ironisch. Doch zum Lachen war im Lager der deutschen Eiskunstläufer niemand zumute.

Der Oberstdorfer Alexander Gazsi, der mit Nelli Schiganschina statt des kalkulierten sechsten Platzes vor der Kür am heutigen Freitag nur auf Rang neun liegt, schüttelte den Kopf. „Das war unser bester Kurztanz der Saison. Als wir vom Eis kamen, waren wir richtig zufrieden. Die Wertung war dann ein Schock“, sagte Gaszi. „Aber wir und auch einige andere erhielten so komische Noten. Es war diesmal kein deutscher Preisrichter dabei, das wirkte sich wohl negativ aus.“

Erstmals in dieser Saison erhielten sie für den Rumba-Teil, der sonst sehr gut bewertet wurde, niedrige Schwierigkeitsgrade. „Die Preisrichter haben alles komplett durcheinander gewürfelt“, sagte der erboste Gazsi. „Da hätten wir auf auch Schnick-Schnack-Schnuck spielen können.“ Fast sprachlos war Eistanz-Bundestrainer Martin Skotnick. „Ich begreife das nicht“, sagte der Slowake, der schon Weltklasse-Paare betreut hat.

Unverständlich blieben für viele Experten auch die Bewertungen der Spitzenpaare, die sich keine Fehler erlaubten. Die Vorjahresmeister Nathalie Péchalat und Fabian Bourzat aus Frankreich landeten trotz des stilistisch besten Vortrages nur auf Platz zwei, weil sie bisher unbekannt niedrige Level erhielten. Beim Grand-Prix-Finale waren sie noch mit Abstand das beste europäische Paar. Unter der Regie einer russischen Schiedsrichterin in Sheffield lagen die Russen Ekaterina Bobrowa/Dmitri Solowiew mit einer fehlerfreien, aber weniger modernen Vorstellung vorn. Die größte Überraschung war der vierte Rang der Briten Penny Coomes und Nicholas Buckland. Die Berliner Tanja Kolbe und Stefano Caruso gehen als 13. in die Kür. dapd/dpa

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