Schock für Hertha BSC : Julian Schieber fällt wohl bis Saisonende aus

Der Schock nach dem Triumph: Julian Schieber muss am Knie operiert werden und steht Hertha BSC in dieser Saison wohl nicht mehr zur Verfügung

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In die Knie gezwungen. Julian Schieber muss am Mittwoch operiert werden.
In die Knie gezwungen. Julian Schieber muss am Mittwoch operiert werden.Foto: Imago

Der Abstiegskampf ist ein ewiges Auf und Ab. Diese Erfahrung hat auch Hertha BSC in dieser Saison schon zur Genüge gemacht. Und jetzt das: Kurz nach dem wichtigen 1:0-Sieg gegen den FC Augsburg am vergangenen Wochenende muss der Fußball-Bundesligist den nächsten Rückschlag verkraften. Torjäger Julian Schieber wird am Mittwoch am Knie operiert. Diese Entscheidung trafen Herthas Vereinsärzte am Montagabend. Am Nachmittag noch hatte Trainer Pal Dardai gesagt: „Wir haben noch Hoffnung.“ Diese Hoffnung erwies sich als trügerisch. Schieber wird in dieser Saison wohl nicht mehr spielen können.

Der Angreifer war in der vergangenen Woche im Training auf sein linkes Knie gefallen und hatte sich dabei eine Knorpelverletzung zugezogen. Erst nachdem die Schwellung weitgehend abgeklungen war, konnte über die weiteren Schritte entschieden werden. „Wir versuchen, eine Arthroskopie zu umgehen. Wir hoffen, dass die konservative Behandlung anschlägt“, hatte Herthas Mannschaftsarzt Ulrich Schleicher dem „Kicker“ gesagt. Doch statt einer konservativen Behandlung mit Physiotherapie, Spritzen und Lymphdrainage ist nun doch eine Operation nötig. Bereits 2011 war Schieber an diesem Knie operiert worden, wegen eines Meniskusrisses.

„Es geht um das Wohl des Spielers“, sagt Thorsten Dolla über die Entscheidung für eine Operation. Der renommierte Orthopäde und Sportmediziner aus Berlin war vor Jahren auch Mannschaftsarzt bei Hertha. „Der Spieler ist noch jung, nach einem Eingriff hätte er gute Chancen, noch Jahre Fußball zu spielen.“ Grundsätzlich hingen die Behandlungsmöglichkeiten vom jeweiligen Stadium des Knorpelschadens ab, sagt Dolla. Ist der Meniskus wie im Fall Schiebers schon einmal operiert worden, ist der Schutz, den ein gesunder Meniskus bietet, nicht mehr im vollen Umfang für den Knorpel gegeben. Allein dadurch kann es früher zu Knorpelschäden kommen. Hat sich ein Knorpelstück abgelöst, komme es darauf an, ob es sich in belastenden Zonen befindet. Dann muss operiert werden, weil laut Dolla die Gefahr besteht, dass der freie Körper unter Belastung ins Gelenk rutscht und es schädigt – vergleichbar mit einem Stein, der ins Getriebe kommt.

Schiebers Ausfall trifft Hertha hart. Mit sieben Toren ist er bester Torschütze in dieser Saison. Torgefahr und Qualität im Abschluss, „das ist das, was bei uns fehlt“, sagte Dardai. „Aber ich werde nicht heulen: Unser Kader ist riesig.“ Als echter Stürmer aber bliebe neben Salomon Kalou nur noch Sandro Wagner. Immerhin: „Im Training trifft er“, sagte Dardai.

Am Freitag, im Punktspiel beim Tabellenletzten VfB Stuttgart, werden neben Schieber auch Per Skjelbred und Peter Niemeyer fehlen. Beide Startspieler haben sich gegen Augsburg jeweils ihre fünfte Gelbe Karte abgeholt und sind damit gesperrt. Beklagen wollen das weder Trainer Dardai noch Manager Michael Preetz. „Gelbsperren sind normal in dieser Saisonphase, wir müssen und werden damit zurecht kommen“, sagte Preetz. Dagegen gibt es die Hoffnung, dass Peter Pekarik spielbereit wird. Der rechte Außenverteidiger hat sich gegen Augsburg einen Nasenbeinbruch zugezogen. Am Dienstag soll sich entscheiden, ob der Slowake mit einer Maske auflaufen kann.

Julian Schieber dürfte im Sturm erneut von Salomon Kalou ersetzt werden, der gegen Augsburg das Siegtor erzielte. Die Frage ist, ob Hertha mit Kalou als einziger Spitze spielen wird wie gegen Augsburg oder eben mit einer zweiten? Denn in Valentin Stocker kehrt ein Spieler zurück, den Dardai zuletzt gegen Wolfsburg als hängende Spitze aufgeboten hatte. Stocker hat seine Gelbsperre abgesessen. Der Schweizer Nationalspieler könnte aber auch Skjelbred als Zehner ersetzen. Als Ersatz für Niemeyer käme der Japaner Hajime Hosogai infrage, der unter Dardai bisher allerdings kaum zum Zuge gekommen ist. In der Startelf stand der frühere Stammspieler noch nie, am Wochenende gehörte er nicht einmal zum Kader.

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