Sport : Schock in der Nachspielzeit

Rostock verliert 0:1 gegen den VfL Wolfsburg

Karsten Doneck[Rostock]

Wie sich der Ausgang mancher Spiele doch ähnelt. Lange Zeit lief am Freitagabend das Bundesligaspiel zwischen Hansa Rostock und dem VfL Wolfsburg vor 15 000 Zuschauern auf ein 0:0 hinaus. Doch gerade war auf der Anzeigetafel des Ostseestadions eine Minute Nachspielzeit angezeigt worden, da kam Wolfsburgs eingewechselter Jacek Krzynowek im gegnerischen Strafraum an den Ball. Nach seinem Schuss warf sich Rostocks Torwart Stefan Wächter vergeblich. 1:0 (0:0) siegte der VfL Wolfsburg in Rostock. Duplizität der Ereignisse: Auch das Hinspiel hatten die Wolfsburger durch ein Tor in der Nachspielzeit gewonnen.

In Rostock erinnern sich die Leute gerne an den 3. April 1995. 6:0 gewann der FC Hansa damals – noch in Liga zwei – gegen den VfL Wolfsburg. Bis heute ist das der höchste Sieg der Rostocker in einem Ligaspiel nach der Eingliederung beim DFB. Von ähnlichen Ergebnissen kann die Mannschaft, damals wie heute trainiert von Frank Pagelsdorf, derzeit nur träumen. Rostock ist seit sechs Spielen ohne Sieg, der Mannschaft glückte in der Rückrunde erst ein Drei-Punkte-Erfolg (1:0 gegen Frankfurt).

Kampfstark zwar, aber mitunter zu hektisch und damit holprig im Spielaufbau konnten die Gastgeber ihren Gegner selten in Verlegenheit bringen. Distanzschüsse von Tobias Rathgeb und Kai Bülow, beide gemeistert von Diego Benaglio im VfL-Tor, sowie ein gefühlvoller Heber des eingewechselten Kongolesen Waku Addy Menga waren noch Hansas beste Möglichkeiten.

Es war Stefan Wächter zu verdanken, dass Hansa zur Pause nicht zurücklag. Der Rostocker Torwart wehrte mit Hechtsprüngen innerhalb von nur 180 Sekunden zwei gefährliche Kopfbälle von Christian Gentner und Jonathan Santana ab. Ansonsten fanden auch die Wolfsburger keine Linie. Sie erhöhten zwar nach dem Seitenwechsel ihr zuvor mäßiges Tempo, bissen sich bei ihren Aktionen aber in der kompromisslosen Abwehr des Gegners immer wieder fest. Und Marcelinho, der zu Ostern durch einen recht lebhaft endenden Discobesuch in Berlin unliebsam Aufsehen erregt hatte, mühte sich vergeblich um Anhebung des fußballerischen Niveaus. Er blieb schwach.

Bei Rostock spielte der nach dem 1:4 zuletzt in Stuttgart noch gescholtene Gledson da Silva Menezes stark in der Abwehr. Nur offensiv fiel dem FC Hansa wenig ein. Victor Agali foulte viel, er wurde zur Halbzeit ausgewechselt. Sein Sturmpartner Enrico Kern war auch nur einmal gefährlich, eine Viertelstunde vor Schluss: Da wehrte Benaglio, der Schweizer Nationaltorwart, den unter die Latte driftenden Ball ab.

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