Sport : Schock vor dem Schock

Alba beklagt Dopingfall Wright und Pokal-Aus

Christiane Mitatselis[Bonn]

Es war kein schöner Tag für Alba Berlin. Am Mittwochnachmittag erhielt der siebenmalige deutsche Basketball-Meister eine böse Nachricht: Gegen Power Forward Michael Wright liege ein positiver Doping-Befund fest, teilte der Deutsche Basketball-Bund den Berlinern um 17 Uhr, nur zweieinhalb Stunden vor dem Pokal-Viertelfinalspiel in Bonn mit. Beim Berliner Sieg in der Bundesliga-Partie gegen Ludwigsburg Mitte März (75:70) wurde der US-Amerikaner positiv auf Amphetamine getestet. „Uns hat das sehr überrascht“, sagte Alba-Teammanager Henning Harnisch. Im Pokalspiel bei den Telekom Baskets Bonn saß Wright, der beste Berliner Rebounder, jedenfalls in Jeans und mit zunehmend grimmiger Miene auf der Bank. Seine Teamkollegen kassierten derweil in der mit 3300 Zuschauern nicht ganz ausverkauften Hardtberghalle eine Niederlage. 85: 96 (38:49) unterlag Alba den Baskets.

Seit dem 7. Juni 2001 hat Alba nicht mehr in Bonn gewonnen. „Bonn war heute in jeder Hinsicht besser als wir. Der Sieg ist verdient“, fand Harnisch. Gleichzeitig wies er aber auf die schwierige Situation hin, in der sich sein Team befand: „Ich möchte nicht als schlechter Verlierer dastehen, aber es war nicht einfach: Wir waren am Nachmittag mitten in der Mannschaftssitzung. Da bekamen wir die Nachricht über den positiven Dopingbefund bei Michael Wright. Das hat für uns die Sache nicht einfacher gemacht“, berichtete er. Besonders in den ersten 20 Minuten wirkten die Berliner regelrecht paralysiert, verteidigten sehr schlecht.

Mit der aggressiven Defense der zu allem entschlossenen Baskets, die zuletzt in der Bundesliga zwei Niederlagen kassiert hatten und deshalb um die Playoff-Teilnahme bangen müssen, kam Berlin andererseits überhaupt nicht zurecht. Ballverluste und Fehlwürfe häuften sich, der an der Hand verletzte Center Jovo Stanojevic machte in der ersten Halbzeit nur vier Punkte. Ein Elf-Punkte-Rückstand zum Seitenwechsel war die logische Konsequenz. Im zweiten Abschnitt fand Alba ein wenig zu sich. Szymon Szewczyk, mit 18 Punkten bester Berliner Scorer, und Nino Garris (15 Punkte, darunter drei Dreipunktewürfe) trieben die Mannschaft an – doch es reichte nur dazu, die letzten beiden Viertel jeweils ausgeglichen zu gestalten.

„Wir haben uns zu spät konzentriert“, sagte Harnisch. Alba Berlin hat gegen die Wertung des Pokalspiels bereits beim Technischen Liga-Kommissar Protest eingelegt. Gründe sind zum einen der späte Zeitpunkt der Benachrichtigung. Anderseits soll sich Michael Wright die Einnahme von Asthma-Medikamenten, auf die der positive Dopingbefund zurückgehen könnte, von der Liga genehmigen haben lassen.

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