Sport : Schön altmodisch

Friedhard Teuffel

erklärt, warum Christian Ziege ein Wunschspieler ist Innerhalb von zwei Wochen hat Christian Ziege gleich in zwei Mannschaften Aufnahme gefunden. Erst berief ihn Rudi Völler in die Nationalauswahl, und jetzt engagierte ihn auch noch Borussia Mönchengladbach für die Bundesliga. Haben sie wirklich keinen Besseren gefunden als Ziege, der in den vergangenen Jahren insgesamt 14 Monate verletzt war und längst nicht mehr die Spielfähigkeiten hat, mit denen er 1996 Europameister geworden ist?

Hätten sie vielleicht, aber Christian Ziege ist dennoch ihr Wunschspieler gewesen. Das liegt nur zum Teil daran, dass er einen starken linken Fuß hat, und präzise flankende linke Füße im Moment sehr begehrt sind. Die Entscheidung für Ziege ist vor allem eine für seine persönlichen Kompetenzen. Völler wollte Ziege haben, weil er der Mannschaft gut tue, ein positiver Typ sei und die jungen Spieler mitziehe. Der Gladbacher Sportdirektor Hochstätter verpflichtete Ziege wegen dessen internationaler Erfahrung.

Dass Ziege so begehrt wird, ist ein kleiner Sieg für die im modernen Arbeitsalltag oft vergessenen Eigenschaften Teamfähigkeit und Erfahrung. Sie zählen manchmal mehr als ein guter Eckball.

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