Sport : Schön gewonnen

Trotz einiger Probleme schlägt Spanien Russland 1:0

Michael Rosentritt[Faro]

Wieder hatten sich die Spanier vor einem großen Turnier viel vorgenommen, und wieder sah es so aus, als würde das Auftaktspiel gegen Russland nicht zu den eigenen Zielen passen. Nach einer Stunde Spielzeit aber änderte sich das. In der 59. Minute signalisierte Spaniens Trainer Ignacio Saez Ruiz im Estadio Algarve, dass er nun den glücklosen Morientes vom Feld nehmen würde, um Juan Carlos Valeron einzuwechseln: 20 Sekunden später flankte der umtriebige Puyol von rechts in den russischen Strafraum, wo Valeron den Ball bekam, kurz zögerte, ihn aber dann mit dem linken Fuß doch noch ins Netz beförderte. 1:0, eine Erlösung für die Spanier, die fortan hinten sicher standen und das Spiel gewannen.

Schon die erste halbe Stunde gehörte Spanien. Raul, der bei Real Madrid nicht die beste Saison gespielt hatte, machte den Auftakt, aber sein Schuss ging vorbei 3.). Danach waren es immer wieder Baraja und Vicente, die das Spiel der Spanier nach vorne trieben, die die klugen Pässe spielten und vorne Morientes suchten. Die Russen, die durch Verletzungen ihre halbe Abwehr noch vor EM-Beginn eingebüßt hatten, kamen schnell in Bedrängnis und verschliefen die erste Viertelstunde fast komplett. Nur Fouls halfen, die bedrohlicher werdende Übermacht der Spanier zu stoppen.

In der 35. Minute ist es wieder Vicente, der den Ball über links nach vorne bringt und präzise flankt. Morientes köpft freistehend, aber der Ball prallt zu Etxeberria, der braucht nur einschieben, doch der Mann aus Bilbao schießt ein Luftloch, der Ball trudelt davon.

Ausgerechnet die beste spanische Chance machte die Russen wach. Schnell überbrückten sie nun das Mittelfeld, angetrieben von Alenitschew, Champions-League-Sieger mit Porto. Alenitschew spazierte schließlich an zwei Spaniern vorbei in den Strafraum, scheiterte aber am gut postierten Casillas, der kurz darauf erneut gegen Alenitschew klärte, ehe ein weiterer Schuss von Aldonin die plötzliche Drangperiode der Russen ohne Torerfolg beendete (39.).

Auch in Hälfte zwei waren die Russen anfangs wieder unaufmerksam. Immer wieder berannten die Spanier ihr Tor. Erst das 0:1 machte Russland aktiver, aber Alenitschew gelangen nicht mehr die guten Aktionen wie zuvor. Überraschend hatte Trainer Jarzew Talent Dimitri Sitschew draußen gelassen, der mit 18 bei der WM 2002 jüngster russischer Debütant im Nationalteam war. Spät wechselte er ihn ein, aber den Sieg Spaniens konnte auch Sitschew nicht verhindern.

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