Sport : Schön ist anders

Bayer Leverkusen verliert 1:2 bei Banik Ostrau und erreicht trotzdem die Champions League

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Ostrau Selbst für das tschechische Fernsehen stand der Ausgang schon fest. An einer Live-Übertragung des Qualifikationsspiels zur Champions League zwischen Banik Ostrau und Bayer Leverkusen bestand kein Interesse. Warum auch? Schließlich hatte Bayer das Hinspiel 5:0 gewonnen, ein Weiterkommen des tschechischen Meisters wäre mit dem Begriff Wunder nur unzureichend beschrieben gewesen. Kein Wunder also, dass die meisten Fans des Klubs aus Ostrau gestern auf einen Stadionbesuch verzichteten. Gerade einmal 5396 Zuschauer wollten sich das Spiel ansehen. Nur Leverkusens Trainer Klaus Augenthaler hatte noch mit dem Unvorstellbaren gerechnet. „Ich kenne meine Pappenheimer“, hatte er vor dem Spiel gesagt. Am Ende war auch er beruhigt. Trotz einer 1:2(0:1)-Niederlage hat Bayer Leverkusen die Champions League erreicht.

Bis auf den am Knie verletzten Jens Nowotny schickte Klaus Augenthaler seine stärkste Elf auf den Rasen. Für den Kapitän rückte der Schwede Teddy Lucic in die Abwehrkette. Dagegen hatte Ostraus Trainer Frantisek Komnacky seine Mannschaft gegenüber Hinspiel auf sieben Positionen verändert. Vor allem Marek Heinz fehlte natürlich. Der Torjäger war Anfang der Woche zu Borussia Mönchengladbach gewechselt. Trotzdem übernahm Banik in der ersten Hälfte die Inititiave. Leverkusen trat trotz der Mahnungen von Augenthaler nicht sonderlich ambitioniert auf und beschränkte sich darauf, Tore zu verhindern. Das gelang jedoch nur bis zur 38. Minute, als Bayers Torhüter Jörg Butt nach einem Steilpass nicht konsequent genug zum Ball ging und von Mario Licka ausgespielt wurde. Licka schob den Ball zum freistehenden Michal Papadopoulos, der zum 1:0 traf.

Allerdings nahm der Offensivdrang der Gastgeber mit fortlaufender Zeit ab. Es entwickelte sich in der zweiten Hälfte ein wenig unterhaltsames Spiel, in dem sich Ostrau zumindest noch ein paar Chancen herausspielen konnte. Vor allem Miroslav Matusovic sorgte hin und wieder für Gefahr. Augenthalers Mannschaft kam nur noch selten über die Mittellinie. Auch Franca, der im Hinspiel noch dreimal getroffen hatte, ließ sich selten vor dem Tor von Banik blicken. Sein Sturmpartner Dimitar Berbatow erzielte bei einem der wenigen Angriffe Leverkusens sieben Minuten später das überraschende 1:1. Spätestens zu diesem Zeitpunkt war klar, dass Bayer die Champions League erreicht hat. Banik gelang nur noch ein Tor. Der Siegtreffer von Libor Zurek kurz vor Schluss durch einen Schuss unter die Latte war immerhin schön anzusehen. Was man vom Rest des Spiels nicht behaupten konnte. „Das war ein Grottenkick“, sagte Jörg Butt danach. „Wir sind ja kaum über die Mittellinie gekommen.“ Das muss sich in der Champions League ändern. Tsp

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