Schön und gut : Im Spitzenspiel schlagen die Eisbären die DEG 3:2

Zweimal schon waren die EIsbären der Düsseldorfer EG in dieser Saison unterlegen. Es wollte einfach nichts gelingen gegen dieses Team. Bis jetzt.

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Die Dominanz, mit der sich die Eisbären durch die Deutsche Eishockey-Liga (DEL) spielen, ist frappierend. Fast jedes Team hat der souveräne Tabellenführer in dieser Saison geschlagen. Nur gegen die Düsseldorfer EG hatte es bislang nicht geklappt. Zweimal waren die Berliner den Rheinländern unterlegen. Und wie: 2:6 und 3:7 – ein ungewöhnliche Bilanz für den Deutschen Meister. Doch die Eisbären wären irgendwie nicht die Eisbären, wenn sie gegen die DEG auch ein drittes Mal verlieren würden. Und so bezwangen sie ihren härtesten Konkurrenten am Dienstagabend 3:2 (1:0, 1:1, 1:1).

Eine neue Taktik musste her, damit sich die Berliner eine weitere Blamage gegen Düsseldorf ersparten. "Wir müssen besonders geduldig agieren. Noch einmal darf uns so ein Missgeschick nicht passieren“, hatte der Berliner Trainer Don Jackson vor der Begegnung gesagt. Seine Mannschaft verstand – und lief vor allem zu Beginn überraschend bedächtig an. Zwar erarbeiteten sich die Gastgeber vor 14 200 Zuschauern in der ausverkauften Berliner Großarena die besseren Chancen, dennoch dauerte es immerhin bis zur 15. Spielminute, ehe Alexander Weiß einen überlegten Angriff über Andy Roach und Sven Felski zum 1:0 verwandelte.

Es war aber nicht nur überlegt, was die Berliner darboten, sondern auch schön anzusehen. Zum Beispiel Jeff Friesens herausragender Pass auf Travis James Mulock, der daraufhin aus kurzer Distanz im Mitteldrittel das 2:0 erzielte. Ja, das Spiel der Eisbären gegen den Vorjahresfinalisten hatte durchaus Play-off-Charakter – auch Eisbären-Trainer Jackson blickte hinter der Bande äußerst zufrieden drein. Während sich sein Team in den ersten Spielen von der Geradlinig- und Schnelligkeit der Düsseldorfer überrumpeln ließ, trat es gestern äußerst diszipliniert auf. Nicht eine Strafe handelten sich die Eisbären in den ersten beiden Abschnitten ein; die Gäste dagegen hatten von den ersten 40 Minuten acht mit einem Mann weniger auf dem Eis verbracht.

Eine regelrechte Versuchung für die Eisbären. Sie waren ihr erlegen: Als sie sich im eigenen Überzahlspiel zu sicher fühlten, kam der alte Schlendrian kurz zurück. Kurz vor der zweiten Drittelpause spurtete der von der Strafbank kommende Adam Courchaine weitgehend allein gelassen zum Anschlusstreffer. "Wir haben bis dahin sehr kontrolliert gespielt“, sagte Stürmer Stefan Ustorf. "Das Gegentor haben wir dann allerdings zu einem sehr ungünstigen Zeitpunkt kassiert.“

Tatsächlich fanden die Eisbären im Schlussdrittel nicht mehr zur anfänglichen Dominanz zurück. Dass die Gäste trotzdem nicht zu einem weiteren Treffer kamen, war einer soliden Verteidigung von Eisbären-Keeper Rob Zepp zu verdanken. Mehr noch: Dank Alexander Weiß, der im Stile Courchaines im letzten Abschnitt zum 3:1 traf, haben die Eisbären nun auch die Hürde DEG bewältigt. Trotz eines Treffers durch Patrick Traverse kurz vor Schluss reichte es für Düsseldorf nicht mehr. Die Berliner haben nun wirklich alle DEL-Teams in dieser Saison besiegt.

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