Sport : Schöne Bescherung

EHC Eisbären verteilt 5000 Weihnachtsmützen und schenkt seinen Fans einen 8:1-Sieg über Freiburg

Claus Vetter

Berlin. Alle Jahre wieder werden im Sportforum rote Weihnachtsmützen verteilt. Gestern war es endlich wieder so weit: Ein Sponsor des EHC Eisbären spendete den Zuschauern vor dem Spiel gegen die Wölfe Freiburg 5000 rote Kopfbedeckungen. Das war der erste Höhepunkt eines seltsamen Nachmittags in Hohenschönhausen, für den letzten sorgte Freiburgs Trainer Thomas Dolak, als er nach dem Spiel unverschämt offen über seine Mannschaft herzog. „Ich muss meine Spieler kritisieren“, sagte er. „Manche stellen bei uns ihr Ego über das Team.“ Nun gut, daran allein lag es wohl nicht, dass der Aufsteiger der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) beim Tabellenführer völlig überfordert war: Die Eisbären siegten 8:1 (2:1, 4:0, 2:0).

Was die Fans beim Spiel des Tabellenführers der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) gegen den Tabellenletzten zu sehen bekamen, war zunächst eher schlafmützig, dann erstaunlich aufgeweckt. Als es bei Freiburg gar nicht mehr lief, sorgten die Gäste mit ihren vielen Fouls für unschöne Szenen. Die Wölfe bewiesen eindrucksvoll, dass ihr Aufstieg in die DEL wohl ein großes Missverständnis war. So sah es auch Eisbären-Marketing-Chef Billy Flynn: „Was die Freiburger hier von ihrer Undiszipliniertheit abgeliefert haben, war charakterlos.“

Immerhin, die Eisbären waren zunächst gnädig und ließen die Süddeutschen in Führung gehen. Das Tor von Jiri Zelenka reichte allerdings nicht, um Spannung aufkommen zu lassen. Noch im ersten Drittel sorgten Keller mit dem 1:1 und Walker mit seinem Tor zum 2:1 dafür, dass sich der Leistungsunterschied im Spielstand widerspiegelte. Nachdem Beaufait und Pederson im zweiten Drittel für die Eisbären getroffen hatten, hätten beide Teams den Nachmittag eigentlich gemütlich ausklingen lassen können. Die frustrierten Freiburger hatten etwas dagegen: Ihr Stürmer Adam Spylo zettelte eine Schlägerei an. Nach deren Ende durfte der Deutschkanadier den restlichen Nachmittag in der Kabine verbringen. Eisbären-Stürmer Corriveau bekam ebenfalls eine Spieldauerstrafe. So kam es dann, dass es leer auf der Berliner Spielerbank wurde: Leask musste wegen einer Rückenverletzung passen, Pederson verließ mit einer Blessur am Knie das Eis. Und als es so richtig schön bunt auf dem Eis wurde, hielt es auch Pierre Pagé nicht mit vornehmer Zurückhaltung. Der Trainer der Eisbären beschimpfte erregt seinen Freiburger Kollegen Dolak. Hinterher fand das Pagé gar nicht so gut: „Ich muss mich besser unter Kontrolle haben.“

Trotzdem, die Eisbären hatten keine Mühe mit dem Gegner, der es nun mit dem Einsatz übertrieb: Als Fairchild sein Tor zum 5:1 bejubeln wollte, wurde er von einem Freiburger umgeschubst. Das stieß den Eisbären sauer auf. Für die Freiburger wurde es nun ganz bitter. Beaufait und Fairchild trafen, Aldridge schoss das letzte Tor des Spieles, das Pagé wegen der Tumultszenen schnell vergessen möchte. „Ich weiß nicht, was heute los war“, sagte der Trainer. „Immerhin, der Schiedsrichter war im letzten Drittel gut.“

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben