Sport : Schöne neue Welt

Stuttgart hat sein Führungspersonal ausgetauscht

Oliver Trust

Was ist neu?

Matthias Sammer kehrte zum VfB Stuttgart zurück und wurde empfangen wie ein verlorener Sohn. Früher bejubelten ihn die Fans als Spieler, jetzt wird er als Trainer von den Mitgliedern gefeiert. Seitdem wirkt der VfB wie runderneuert und hat mit Jochen Schneider und Herbert Briem auch gleich noch zwei neue Manager. Klubpräsident Erwin Staudt hofft, dass die Identifikation mit dem VfB weiter steigt. Dazu soll der Trainer mit seiner Ausstrahlung beitragen. Die Schulden von 16 Millionen Euro sind dank der Einnahmen in der Champions League auf 8,26 reduziert worden. Auch für diese Saison kündigte der Uefa-Cup-Teilnehmer aus Stuttgart schwarze Zahlen an.

Staudt will jetzt vor dem Daimlerstadion ein Eventcenter für 40 Millionen Euro mit Spitzenhotel, Jugendinternat, Fanshops, Gastronomiebetrieben, Fitness- und Reha-Zentrum bauen lassen. „Wir bauen die neue VfB-Welt“, sagt der ehemalige Deutschlandchef von IBM. Trainer Sammer setzt aufs Kollektiv und ernennt jeden aus seinem Kader zum wichtigen Spieler. Der von Sammers Vorgänger Felix Magath verpflichtete Hakan Yakin aber soll abgegeben werden. Zu klären sind auch die Personalien Timo Hildebrand (Vertrag bis 2005) sowie Alexander Hleb (2007), dem Sammer dessen Wunschnummer zehn und eine Rolle neben Horst Heldt im zentralen Mittelfeld zugestand.

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Wer ist der Star?

Die Rolle wird auf mehrere Schultern verteilt. Neu dazu gestoßen ist Trainer Sammer. Die bisherigen Stars Kevin Kuranyi und Timo Hildebrand werden weiter von kreischenden Mädchengruppen empfangen, müssen aber ihre Position mit Taten füllen. Zurückgefallen ist Verteidiger Andreas Hinkel, der nach einer langen Verletzung in der Bundesliga schwach und bei der Europameisterschaft in Portugal erst gar keine Rolle spielte. Kandidat am Rande: der Mittelfeldvirtuose Hleb.

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Was ist möglich?

Die Träume des Umfeldes von der Champions League ignoriert Sammer bewusst. Er spricht lieber vom internationalen Wettbewerb. Der Uefa-Cup ist auch ein realistisches Ziel. Die Konkurrenz hat sich ordentlich verstärkt, während die Stuttgarter versuchen, den Abgang von Abwehrchef Marcelo Bordon mit Markus Babbel zu kompensieren.

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