Sport : Schöne saubere Welt

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Robert Ide über den neuen

Kampf gegen Doping

Langsam wird es eng für die Betrüger im Sport. Die Politik nimmt ihnen ihre Rückzugsgebiete, eines nach dem anderen. Zuerst verschreckten Razzien in Italien und Frankreich die lange unbehelligt dopenden Radsportler – die Polizei kam sogar in die Mannschaftshotels, um nach verbotenen Substanzen zu suchen. Dann wurde im unter Verdacht stehenden Sportland China plötzlich der Kampf gegen Doping ausgerufen – mit harten Strafen und grellen Warnhinweisen auf Arzneipackungen. Und jetzt verschwindet auch Amerika als freies Land für Dopingsünder von der Weltkarte.

Vier Trainer und Pharmachefs werden in den USA vor Gericht gestellt, unter anderem der Coach der Spitzensprinter Kelli White und Dwain Chambers. Der Vorwurf gegen die Angeklagten: Herstellung von und Handel mit Dopingmitteln wie der Designerdroge THG. Die angedrohten Strafen: bis zu 20 Jahre Haft. Sportler sind bislang von den Klagen nicht betroffen, obwohl es viele Verdachtsmomente gibt. Aber das Signal ist eindeutig: Doping lohnt sich nicht mehr.

Und in Deutschland? Hier läuft der Staat den Betrügern noch hinterher. Das Kontrollnetz ist zwar dichter als in anderen Ländern. Aber ein Gesetz, das Besitz und Einnahme von Doping verhindert, gibt es nicht. Innenminister Otto Schily, sonst dem Sport zugetan, hat das bis heute verhindert. Nur langsam beginnt das Umdenken. Sportfunktionäre wie Leichtathletik-Chef Clemens Prokop fordern das Schließen rechtlicher Lücken. Und SPD-Sportsprecher Manfred Schaub hat eine neue gesetzliche Regelung bis Jahresende angekündigt. Die Zeit drängt. Sonst wird Deutschland ein Einwanderungsland – für Doping-Betrüger.

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