Sport : Schon auf hohem Niveau

Die Berliner Eisbären gewinnen ihr erstes Saisonspiel gegen den Meister Frankfurt Lions 3:2

Claus Vetter

Berlin - Am 16. April sind sich die Eisbären und die Frankfurt Lions zuletzt begegnet. Damals mussten sich die enttäuschten Berliner Spieler am späten Abend vor dem Parkplatz der Frankfurter Eissporthalle von ihren Fans als „Vizemeister“ abfeiern lassen. Schließlich hatten sie bei den Hessen gerade das entscheidende Spiel um die Meisterschaft der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) verloren. Gestern, fünf Monate nach der Niederlage von Frankfurt, sah die Welt der Eisbären zum Saisonstart in der DEL wesentlich freundlicher aus. Am Ende eines unterhaltsamen Spiels wurden sie erneut von ihren Anhängern gefeiert. Denn die Berliner hatten vor 5000 Zuschauern im ausverkauften Sportforum 3:2 (2:0, 1:1, 0:1) gegen Frankfurt gesiegt.

Es war ein erstaunliches Niveau, das beide Teams schon im ersten DEL-Spiel der neuen Saison zeigten. Dabei wäre es durchaus verständlich gewesen, wenn es hier und da noch etwas holprig zugegangen wäre. Stephane Robidas zum Beispiel, die neue Verpflichtung der Frankfurter aus der National Hockey-League (NHL), war erst um 7.30 Uhr morgens mit seiner aus Chicago kommenden Maschine in Frankfurt gelandet und dann wenig später nach Berlin geflogen. Trotzdem war der kanadische Verteidiger gestern einer der besten Spieler bei den Lions, die das Spiel im ersten Drittel dominierten. Nur mit dem Toreschießen nahmen es die Hessen nicht so genau. Ein paar Pfostenschüsse, ein paar zerberstende Schläger – all das sah zwar spektakulär aus, fand aber keinen Niederschlag auf der Anzeigentafel. Die Berliner waren effektiver: Nach 18 Minuten bejubelte Kelly Fairchild das erste Saisontor der Eisbären. Und der Treffer des US-Amerikaners beflügelte die Berliner, nur kurze Zeit später überwand Dennis Pederson Frankfurts Torwart Ian Gordon bei Überzahl, es stand 2:0.

Schon mit Beginn des zweiten Drittels allerdings machten die Berliner Anhänger das, was Fans für gewöhnlich tun, wenn das eigene Team in Bedrängnis ist: Sie feierten ihren Torwart mit Sprechchören. Tatsächlich war Eisbären-Torhüter Oliver Jonas besonders gut aufgelegt. Das erste Frankfurter Tor durch Francois Bouchard konnte Jonas allerdings nicht verhindern, der abgefälschte Schuss landete im Netz.

Ein glücklicher Treffer der kämpfenden Frankfurter, den die Berliner kurz vor der zweiten Drittelpause mit einem nicht minder glücklich zustande gekommenen Stochertor durch Florian Keller beantworten konnten. Für den letzten Höhepunkt des Spiels sorgte dann im ansonsten höhepunktlosen letzten Abschnitt der Frankfurter Patrick Lebeau mit dem zweiten Tor für die Hessen.

Der Gegentreffer änderte am gelungenen Einstand der Berliner aber nichts mehr. Sie hatten ein gutes Spiel abgeliefert. Einzig beim neuen kanadischen Verteidiger Derrick Walser war wenig Gutes zu beobachten. Ordentlich agierte hingegen der aus Krefeld gekommene Stürmer Stefan Ustorf. Allerdings sind die ersten 60 Minuten einer Saison noch keine ernsthafte Standortbestimmung. Das gilt natürlich auch für die Frankfurt Lions, trotz der gestrigen Niederlage.

Übrigens war das für die Hessen nichts Neues: In der Vorsaison verloren sie alle vier Spiele in der DEL-Hauptrunde gegen die Eisbären – was dann nach den Endspielen aber niemanden mehr in Frankfurt interessierte.

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