Sport : Schon reichlich gefeiert

Eisbären gewinnen auch das dritte Spiel gegen Ingolstadt und warten auf den Finalgegner

Claus Vetter

Berlin. Die Fans der Eisbären feierten gestern im Sportforum schon mal den kommenden Deutschen Eishockey-Meister. Da waren die Berliner Anhänger natürlich voreilig. Dennoch – der letzte Auftritt im Play-off-Halbfinale erwies sich für den Favoriten als der einfachste. Wohl auch, weil der Außenseiter im Kopf schon vor dem Spiel mit der Saison abgeschlossen hatte. Seit gestern Abend steht fest, dass die Profis des EHC Eisbären über Ostern arbeiten müssen, denn ab Gründonnerstag dürfen sie im Finale um den Meistertitel spielen. Vor 5000 Zuschauern bezwangen die Berliner im dritten Halbfinalspiel den ERC Ingolstadt 5:0 (4:0, 1:0, 0:0). Nach drei Siegen gegen die Bayern stehen die Eisbären somit nach 1998 zum zweiten Mal in der Endspielserie der Deutschen Eishockey-Liga (DEL).

Beim ERC Ingolstadt dürfen sie sich also seit gestern mit der Urlaubsplanung beschäftigen. Und das war nach den souveränen beiden ersten Erfolgen der Eisbären keine Überraschung. Bei den Bayern glaubte wohl keiner mehr so recht, dass da gegen Berlin noch etwas möglich war. Das gestrige Spiel begannen die Ingolstädter völlig verunsichert. Es dauerte nur vier Minuten, als die Dinge für die Gäste ihren betrüblichen Lauf nahmen: Florian Keller traf als Erster für die Eisbären, die binnen 136 Sekunden mit 3:0 in Führung gingen. Nach Keller waren Ricard Persson und Denis Pederson die Torschützen.

Ingolstadts Torwart Jimmy Waite war bei den Gegentoren machtlos, verlor aber früh die Nerven. Im ersten Drittel kassierte der Kanadier sechs Strafminuten; beinahe hätte Waite sogar eine größere Keilerei initiiert. Die Eisbären ließen sich von der Unbeherrschtheit des Ingolstädter Torwarts nicht aus dem Konzept bringen. Kelly Fairchild erzielte noch im Anfangsabschnitt das 4:0 für die Berliner. Schon zur ersten Pause war also klar, dass für die Eisbären die Play-offs so schnell nicht zu Ende sein würden.

Auf den Rängen wurde der Gegner verspottet. Da riefen die Berliner Fans schon nach dem ersten Drittel Richtung Ingolstadt: „Ihr habt noch 40 Minuten.“ Immerhin, ab und an passierte auf dem Eis dann doch noch was. Fairchild erzielte nach einem sehenswerten Sololauf das 5:0 für die Berliner, worüber sich selbst der inzwischen ruhiger gewordene Ingolstädter Torwart Waite nicht mehr aufregte. Die Bayern hatten längst resigniert. Einziger Schönheitsfehler war dann aus Sicht der Eisbären, dass Sven Felski im Schlussdrittel nach einem Stockfoul mit Verletzungsfolge eine Spieldauerstrafe kassierte und somit für das erste Endspiel gesperrt ist.

Auch wenn zunächst ohne Felski, aus Sicht der Eisbären geht es jetzt erst richtig los. Noch nie kam in der zehnjährigen Geschichte der DEL der Meister aus Berlin. Nach den sieben Siegen in sieben Play-off-Spielen stehen die Titelchancen der Eisbären nicht schlecht. Ihre Anhänger sind jedenfalls fest davon überzeugt, dass es mit der Meisterschaft klappt. „Keiner wird es wagen, unseren EHC zu schlagen“, riefen sie gestern. Wenn das auch nicht besonders einfallsreich klang – das Feiern fiel nach der Schlusssirene verdientermaßen besonders ausführlich aus, die Spieler mussten eine Ehrenrunde nach der anderen drehen.

Und damit haben die Berliner ihrem Gegner in der Finalserie eines voraus, denn der ist noch nicht qualifiziert: In der anderen Halbfinalserie führen die Hamburg Freezers 2:1. Sie bezwangen gestern im dritten Spiel die Frankfurt Lions 7:3 und müssen erst noch nachlegen.

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