Sport : Schon wieder ein Stürmerproblem

Hertha hat nur noch zwei Angreifer zur Auswahl

Friedhard Teuffel

Berlin - Die Fußballsaison ist gerade einmal drei Wochen alt, und Hertha BSC hat schon wieder ein Stürmerproblem. Im Gegensatz zur vergangenen Runde müssen die Berliner jedoch nicht die Frage beantworten, wer unter lauter formschwachen Stürmern spielen soll, sondern welcher Stürmer überhaupt spielen kann. Denn in dieser Woche war auf einmal nur noch ein Angreifer übrig: Artur Wichniarek. Fredi Bobic leidet an einer Prellung am Schienbein, Nando Rafael an einer Prellung am Fuß, und Giuseppe Reina fällt sowieso noch länger aus.

Mulmig ist Manager Dieter Hoeneß dennoch nicht geworden. „Es sind ja keine schweren Verletzungen. Wenn sich noch jemand ernsthaft verletzt hätte, dann hätten wir noch handeln müssen.“ So aber bleibt der Berliner Bundesligaklub dabei: Bis zum Ende der Transferperiode am 31. August verpflichtet Hertha BSC keinen neuen Spieler mehr. Die Berliner wollen ihre Angriffsschwäche von innen heraus beheben, während sich zum Beispiel Borussia Mönchengladbach noch schnell mit dem Tschechen Marek Heinz verstärkt hat.

Vor dem Spiel gegen Mainz 05 am Samstag (15.30 Uhr, Olympiastadion) wird sich die Lage nur ein wenig entspannen. Fredi Bobic trainierte gestern wieder mit, Trainer Falko Götz rechnet mit seinem Einsatz. „Bei Nando habe ich nur eine kleine Hoffnung, dass er wenigstens auf der Reservebank sitzen kann“, sagt Götz.

Wenn Bobic einsatzfähig ist, könnte es noch einmal gut gehen mit dem taktischen Vorhaben der Berliner. „Wir wollen das Spiel selbst bestimmen und den Gegner unter Druck setzen“, sagt Götz. Gegen die sehr offensiv eingestellten Mainzer brauchen die Berliner dafür eine mutige Aufstellung. Es wird die nächste Bewährungschance sein für die Stürmer. Bisher haben nämlich in dieser Saison nur Mittelfeldspieler für Hertha getroffen, zweimal Marcelinho, einmal Gilberto und dazu noch Andreas Neuendorf im DFB-Pokal. Wichniareks Leistung in der Vorbereitung war wie ein Versprechen, nach einer verunglückten Runde diesmal mehr zum Erfolg der Mannschaft beitragen zu wollen. Doch im Moment wirkt Wichniarek nur wie ein Athlet mit hervorragender Zeit im Vorlauf, der im Finale nicht aus dem Startblock kommt.

Immerhin hat Manager Dieter Hoeneß für die nächste Saison schon einen neuen Stürmer angekündigt. Ein junger Pole soll zu Hertha kommen. Es wäre der nächste Versuch der Berliner, sich mit einem Spieler aus dem Nachbarland zu verstärken. Bis jetzt waren Herthas polnische Versuche nicht besonders erfolgreich. Piotr Reiss und Bartosz Karwan sind wieder gegangen, Wichniarek hat die Erwartungen noch nicht erfüllt. Über den jungen Spieler sagt Hoeneß: „Er spielt zurzeit noch in der Ersten polnischen Liga.“ Bei den Verhandlungen mit ihm sei Hertha schon weit gekommen. Den Namen wollte Hoeneß noch nicht preisgeben. Aber dass er überhaupt von ihm gesprochen hat, ist vielleicht schon ein Warnsignal an die anwesenden Stürmer.

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