• Schotten machen sich Mut vor dem Duell mit England, die Ukraine bangt gegen Slowenien

Sport : Schotten machen sich Mut vor dem Duell mit England, die Ukraine bangt gegen Slowenien

Christian Pfennig

Die Statistik spricht gegen sie, doch die schottischen "Bravehearts" machen sich vor der "Schlacht um Britannien, Teil II" Mut. Um sich doch noch für die Endrunde der Fußball-Europameisterschaft 2000 zu qualifizieren, ist heute (21.00 Uhr/live im DSF) im Play-off-Rückspiel gegen den Erzrivalen England ein Sieg mit mindestens drei Toren und zwei Treffern Differenz nötig. 50 Jahre gelang den Schotten auf englischen Boden kein Erfolg mehr in dieser Höhe, und ausgerechnet im vorerst letzten Spiel im altehrwürdigen Londoner Wembley-Stadion soll der ungeliebte Nachbar gedemütigt werden.

Vier Tage nach der 0:2-Niederlage der Schotten im Hinspiel im Glasgower Hampden Park wird die Begegnung von einem Großaufgebot an Sicherheitskräften begleitet. Nachdem es in Glasgow zu gewaltätigen Auseinandersetzung mit insgesamt rund 170 Festnahmen kam und daraufhin sogar die englische WM-Bewerbung für 2006 in Frage gestellt wurde, will die Polizei nun mögliche Konflikte bereits im Vorfeld bekämpfen. Fans ohne Ticktes wurden bereits aufgefordert, gar nicht erst anzureisen: Die 80 000 Zuschauer fassende Wembley-Arena, die nach der Partie abgerissen und dann wieder neu aufgebaut wird, ist bereits seit Wochen ausverkauft. Bis zu 3000 Mark wurden auf dem Schwarzmarkt für eines der begehrten Tickets verlangt.

Besonders im Blickfeld der Öffentlichkeit steht im 110. Bruderkampf der zuletzt hart kritisierte schottische Nationalcoach Craig Brown: Bei einer erfolgreichen Qualifikation für die Titelkämpfe in Belgien und den Niederlanden (10. Juni bis 2. Juli) könnte er zur Legende werden, ansonsten droht der Rauswurf. Doch Brown äußert sich hoffnungsvoll: "In meiner mittlerweile sechsjährigen Amtszeit haben wir nie zwei Spiele in Folge verloren. Ich hoffe, das passiert uns auch jetzt nicht. Ein frühes Tor wäre für uns sehr wichtig."

Dieser Optimismus geht auch an den favorisierten Engländern nicht spurlos vorbei. Stürmer Alan Shearer warnt seine Teamkollegen vor dem 110. Vergleich seit 1872 bereits: "Sie werden kämpfen und kratzen, und immer daran denken, dass sie noch eine Chance haben. Und das ist auch richtig so, denn Schottland hat eine gute Mannschaft." Doch während die Schotten auf ihren besten Stürmer, Kevin Gallacher (Gelb-Sperre), und den verletzten Mittelfeldspieler Don Hutchinson verzichten müssen, kann Englands Coach Kevin Keegan aus dem Vollen schöpfen.

Spannung ist auch in anderen Play-off-Spielen zu erwarten. Bangen muss auch die Ukraine mit Stürmerstar Andrej Schewtschenko vom AC Mailand nach der 1:2-Hinspielpleite gegen Slowenien. "Ich bin zuversichtlich und glaube, dass wir die Endrunde erreichen werden", gibt sich Sloweniens Mittelfeldspieler Milenko Acimovic optimistisch.

Beim ehemaligen Europameister Dänemark laufen bereits die Planungen für die Europameisterschaft. Niemand glaubt ernsthaft daran, dass Israel die 0:5-Niederlage vom Samstag noch einmal umbiegen kann. Für Schlomo Scharf könnte die Partie in Kopenhagen die letzte als Nationaltrainer sein. "Meine Spieler waren noch nie so schlecht", hatte der Coach schon nach dem Debakel in Tel Aviv resigniert festgestellt.

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