Sport : Schreib’s auf, Basler

Benedikt Voigt

Der Kölner Trainer Uwe Rapolder stand vor diesem Wochenende nicht im Verdacht, die Bundesliga mit wichtigen Innovationen zu bereichern. Im Gegenteil, unter seiner Regie spielt der 1. FC Köln wie immer zuletzt, wenn er in der höchsten Klasse weilte: Ziemlich langweilig. Am Samstag aber hat Rapolder die Bundesliga mit einer Idee interessanter gemacht.

Weil der Kölner Spieler Youssef Mokhtari vor dem Tor zwei besser stehende Mitspieler nicht angespielt hatte, forderte Rapolder von ihm einen Aufsatz über Altruismus, Egoismus und soziale Kompetenz. Moukhtari gehorchte und schrieb in der Boulevardzeitung „Express“: „Wer mich kennt, weiß, dass ich kein egoistischer Mensch bin.“ Das Schriftstück gipfelte in der Essenz, er habe die beiden anderen einfach nicht gesehen. Könnte zwar sein, dass Rapolder ihn demnächst zum Augenarzt schickt, die Liga aber muss sich diese neue Gepflogenheit unbedingt zur Tradition machen.

Viele Verhaltensmuster warten einfach nur darauf, schriftlich erklärt zu werden. So könnte der in die Istanbuler Rangelei verwickelte türkische Nationalspieler Alpay Öczalan die Kölner Aufsatzreihe um ein Werk über den Umgang mit fremden Kulturen ergänzen. Der ehemalige Spieler und Weißbier-Experte Mario Basler müsste den aktuellen Erkenntnisstand in den Ernährungswissenschaften referieren. Gerne räumt auch der Tagesspiegel Spielern und Trainern Platz für weitere wissenschaftliche Ausführungen ein. Lesen Sie morgen: Jürgen Klinsmann über Fernbeziehungen in der modernen Kommunikationsgesellschaft.

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