Sport : Schreie der Erleichterung

Hertha zeigt sich auch im Spitzenspiel gegen Fürth schmerzlos und siegt 2:0

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Berlin, kurz nach halb acht. Torschütze Waleri Domowtschiski (links) hat Hertha und seinen Kameraden Nico Schulz erlöst. Foto: dpa
Berlin, kurz nach halb acht. Torschütze Waleri Domowtschiski (links) hat Hertha und seinen Kameraden Nico Schulz erlöst. Foto: dpaFoto: dpa

Berlin - Die Fans von Hertha BSC singen in dieser Saison gelegentlich ein Liedchen, das sich mit der Zugehörigkeit ihres Klubs zur Zweiten Liga beschäftigt. „Tut schon weh“, heißt es darin. Das stimmt wohl, andererseits ist die Spielzeit für alle Anhänger der Berliner Fußballer bisher ein einziger Quell der Freude. Auch gestern gab es wieder was zu feiern. Um kurz nach halb acht hallte ein Schrei der Erleichterung durchs Olympiastadion. Hertha hatte gegen die SpVgg Greuther Fürth jede Menge bester Chancen vergeben, eine knappe Viertelstunde vor Schluss aber machte Waleri Domowtschiski mit seinem Tor zum 1:0 den Weg zum siebten Saisonsieg frei. Am Ende bejubelten die Berliner vor 39 274 Zuschauern einen hoch verdienten 2:0 (0:0)-Erfolg. Wenn es so weitergeht, hat sich das mit dem Schmerz der Hertha-Fans spätestens im Mai erledigt.

Das vermeintliche Spitzenspiel erwies sich als äußerst einseitige Angelegenheit. „Das ist schon beeindruckend, wenn man sieht, wozu die Mannschaft gegen ein Team auf Augenhöhe in der Lage ist“, sagte Mittelfeldspieler Peter Niemeyer. Hertha war die überlegene Mannschaft, technisch stärker und reifer. „Der einzige Mangel war, dass wir uns so lange Zeit gelassen haben“, sagte Manager Michael Preetz.

Beim Umgang mit ihren Chancen leisteten sich die Berliner eine ungesunde Nachlässigkeit. Vor allem Adrian Ramos vergab mehrere Gelegenheiten. Schon in der Anfangsphase verfehlte der Kolumbianer mit einem Schuss vom Strafraumeck knapp das Tor. Fünf Minuten vor der Pause setzte er einen Schlenzer ans Lattenkreuz, kurz darauf wurde sein nächster Versuch knapp am Pfosten vorbeigelenkt. Es folgten weitere gute Möglichkeiten für Niemeyer und Domowtschiski – dann hatten sich die Fürther zumindest in die Pause gerettet.

In der Tabelle lagen die Gäste vor dem Spiel nur einen Platz, einen Punkt und ein Tor hinter Hertha, auf dem Platz aber zeigte sich ein deutlicher Klassenunterschied. Die Fürther kamen in der ersten Halbzeit nicht in die Nähe des Berliner Tores. „Wir haben komplett versagt“, sagte Innenverteidiger Marino Biliskov. Mit dem Pressing der Berliner hatten die Fürther so viel Mühe, dass ihnen Kraft und Konzentration für einen strukturierten Spielaufbau fehlten. Ein paar Pässe im Mittelfeld – schon war der Ball wieder weg. „Wir haben sie gar nicht nach vorne spielen lassen“, sagte Herthas Außenverteidiger Christian Lell.

In der zweiten Halbzeit wirkten die Fürther ein wenig mutiger, und nach einer guten Stunde bot sich ihnen unverhofft die Chance, dem Spiel eine überraschende Wende zu geben. Leonhard Haas versuchte es mit einem Schuss aus stattlicher Distanz, der Ball prallte Herthas Torhüter Marco Sejna gegen die Brust und von da zurück ins Feld. Sejna rutschte aus, Ball und Tor waren frei, Nicolai Müller aber trat über den Ball. „Ich muss mich beim Fußballgott bedanken“, sagte Sejna.

Was kurz darauf auf der anderen Seite passierte, sah kaum weniger ulkig aus. Einen Schuss von Raffael blockte Thomas Kleine gerade noch vor der Torlinie, der Ball flog Ramos auf den Kopf – und prallte von dort ins Toraus. Aber Hertha ließ sich davon ebenso wenig unterkriegen wie von der Verletzung des Kapitäns Andre Mijatovic, für den Sebastian Neumann zum ersten Ligaeinsatz kam. Die Mannschaft spielte weiter auf Sieg. Domowtschiski erlöste die Berliner schließlich mit seinem vierten Saisontor, Raffael machte mit dem 2:0 in letzter Minute alles klar. Noch ein Grund zum Feiern.

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