Sport : Schützt die Schiedsrichter

Lars Spannagel

Wer mag schon Schiedsrichter? Sie sind die ewigen Buhmänner für Spieler, Trainer und Zuschauer. Gerade deshalb verdienen sie den Schutz und die Solidarität aller Fußballer. Jeder Schiedsrichter weiß, dass er manchmal unpopuläre Entscheidungen treffen muss – Berufsrisiko sozusagen. Womit aber niemand rechnen kann, sind verbale und tätliche Angriffe auf Schiedsrichter wie in den letzten Monaten im Siegerland. Dieses Wochenende fällt dort ein ganzer Kreisligaspieltag aus. Auch Linienrichter Kai Voss konnte nicht damit rechnen, dass ihn am Mittwoch in Stuttgart ein Bierbecher ausknocken würde.

Weil Schiedsrichter immer mehr leisten sollen, muss man sie auch besser schützen. Die Unparteiischen sollen heute nicht mehr nur das Spiel im Auge behalten, auch auf den Zuschauerrängen müssen sie für Ordnung sorgen. Sonst kann es dazu kommen, dass eine Partie nach massiven Beleidigungen abgebrochen werden muss, wie jüngst das Spiel von TuS Makkabi gegen VSG Altglienicke in der Berliner Kreisliga. Aber wer soll den anspruchsvollen, mies bezahlten Job denn noch machen, wenn er auch noch bedroht oder gar getreten wird?

Es ist nicht zumutbar, dass sich eine 17-jährige Schiedsrichterin von besoffenen Zuschauern beleidigen lassen muss oder dass ihre Kollegen tätlich angegriffen werden. Deswegen war der Hilferuf aus der Siegener Kreisliga richtig. Auch der Spielabbruch nach dem Becherwurf in Stuttgart war eine gute Entscheidung. Es muss klar werden, dass Schiedsrichter genauso zum Fußball gehören wie die Spieler. Und Respekt verdienen.

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